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Experte: Fehmarn steht vor einem Dilemma zwischen Tempo, Wirtschaft und Politik

Seniorforscher Kim Haugbølle sagt, dass bei der Anpassung des Zeitplans die deutschen Verzögerungen, Umweltanforderungen und die Wirtschaft eine Rolle spielen.

Wenn die ersten Tunnelelemente platziert sind, wird der Zeitplan überarbeitet.
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Der Zeitplan für das Fehmarnbelt-Projekt bröckelt. Auf dem Papier lautet das Ziel immer noch 2029, aber noch ist kein Tunnelelement abgesenkt worden, und das Tempo muss fast verdoppelt werden, um das Ziel zu erreichen. Die Schiffe Ivy 1 und Ivy 2 fehlen noch die Genehmigung, die Wetterfenster auf See sind kurz, und die Natura 2000-Regeln setzen zusätzliche Grenzen für die Arbeit. Dennoch hat der Bauherr noch nichts über einen revidierten Zeitplan bekannt gegeben. Das Ziel, Dänemark und Deutschland zu verbinden, steht immer noch für 2029.

Laut Seniorforscher Kim Haugbølle, Seniorforscher am Institut für Bauwesen, Stadt und Umwelt, Universität Aalborg, ist das nicht überraschend. 

- Es ist völlig fair, dass sie noch nichts bekannt geben. Im Moment müssen sie sehen, ob es eine große oder eine kleine Überarbeitung des Zeitplans geben wird. Das ist ganz klar das, worüber sie schwanken. Aber bevor sie einige Tunnelelemente auf den Meeresboden abgesenkt haben, wissen sie nicht, wo sie stehen. Außerdem gibt es einen politischen Hintergrund, der zuerst informiert werden muss.

Politik und Technik

Es kann nämlich gut sein, dass es sich am besten auszahlt, sich nicht zu beeilen, wenn man die Einnahmen nicht erzielen kann, bevor man auf der deutschen Seite fertig ist.

Seniorforscher Kim Haugbølle

Das Warten auf eine Ankündigung hängt also nicht nur mit Technik, sondern auch mit Politik zusammen. Erst wenn die ersten Elemente getestet wurden, wird es möglich sein, zu beurteilen, wie viel der Zeitplan umgeschrieben werden muss.

Die deutsche Seite spielt gleichzeitig eine Rolle. Die gesamte Bahnverbindung hängt von einem neuen Tunnel unter dem Fehmarnsund ab, der frühestens 2032 fertiggestellt werden kann. Während man auf der dänischen Seite intensiv daran gearbeitet hat, die Zugverbindungen und die Storstrømsbrücke fertigzustellen, war man in Deutschland weniger effektiv. 

Hier weist Kim Haugbølle auf die Logik des Abwartens hin: 

- Warum sollten sie sich beeilen, wenn es auf der deutschen Seite ohnehin Probleme gibt und es in den nächsten sechs bis sieben Jahren keine Züge geben wird?

Was soll man tun?

Egal was passiert, die Zeit kostet teuer. Jeder Monat ohne Fortschritt erhöht die Baukosten, da Personal, Schiffe und Verträge verlängert werden müssen. Gleichzeitig dauert es länger, bis die Einnahmen zu fließen beginnen. 

- Eine Verzögerung wird sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben treffen. Es wird die Baukosten erhöhen. Und auf der Einnahmenseite dauert es länger, bis Geld in die Kasse kommt.

Das stellt das Projekt vor ein Dilemma. Soll man das Tempo erhöhen, um früher fertig zu werden - oder eine große Verzögerung akzeptieren, die politisch schwer zu erklären ist? 

- Im Moment steht man definitiv vor einem Dilemma, ob man sich beeilen und die Dinge forcieren soll, um früh fertig zu werden, oder eine größere Verzögerung ankündigen und die politischen Schläge in Kauf nehmen soll, die kommen werden. Es kann nämlich durchaus sein, dass es sich am meisten lohnt, sich nicht zu beeilen, wenn man die Einnahmen nicht erzielen kann, bevor man auf der deutschen Seite fertig ist.

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