Das nächste Tunnelelement der Fehmarnbelt-Verbindung wird derzeit für die Absenkung vorbereitet. Nach Informationen von FemernBusiness soll das Element in der kommenden Woche abgesenkt werden.
Damit beginnt für das Projekt die nächste Bewährungsprobe auf See. Das erste Tunnelelement liegt bereits vor Rødbyhavn auf dem Meeresboden. Nun muss sich zeigen, ob Bauherr und Hauptauftragnehmer die hochkomplexe Operation in einem Tempo wiederholen können, das als Grundlage für einen neuen Gesamtzeitplan taugt.
Der Fehmarnbelt-Tunnel besteht aus 89 Tunnelelementen, die nacheinander in den 18 Kilometer langen Tunnelgraben zwischen Lolland und der deutschen Insel Fehmarn abgesenkt werden. Jedes Element muss vom Produktionsgelände bei Rødbyhavn auf See gebracht, im Graben platziert und unter Wasser mit dem vorherigen Element verbunden werden. Die Absenkung ist damit die Phase, von der der weitere Zeitplan des gesamten Bauprojekts abhängt.
Die ersten 650 Meter sind vorbereitet
Die ersten drei Elemente sollen in den ersten 650 Metern des Tunnelgrabens vor Rødbyhavn platziert werden. Dieser Abschnitt ist der Teil des Grabens, den Sund & Bælt und der Hauptauftragnehmer Femern Link Contractors nach einer gesonderten Vereinbarung vorbereitet haben. Der Tunnelgraben war zuvor über längere Zeit einer der größten Streitpunkte im Projekt.
Wenn das nächste Element in der kommenden Woche abgesenkt wird, befindet sich das Projekt also weiterhin im ersten vorbereiteten Abschnitt des Grabens. Zugleich rückt die zentrale Frage näher: ob aus der ersten erfolgreichen Absenkung ein wiederholbarer Arbeitsrhythmus auf See werden kann.
Diese Frage ist entscheidend, weil Sund & Bælt erst dann einen aktualisierten Zeitplan für das Bauprojekt vorlegen will, wenn mehr konkrete Erfahrungen mit der Absenkung der Tunnelelemente vorliegen. Der neue Zeitplan soll unter anderem auf Erfahrungen mit normalen Tunnelelementen und mit den Spezialelementen beruhen. Erst wenn das Projekt das erste Spezialelement erreicht, erhält der Bauherr eine belastbarere Grundlage für die Einschätzung, wie schnell der restliche Tunnel fertiggestellt werden kann.
Neuer Zeitplan auf dem Weg
Der neue Zeitplan wird für das gesamte Projekt von großer Bedeutung sein. Die Eröffnung im Jahr 2029 ist bereits aufgegeben worden, und die ersten Autos werden voraussichtlich frühestens 2032 durch den Tunnel fahren können. Bei den nächsten Absenkungen geht es deshalb um mehr als darum, ein weiteres Betonelement an seinen Platz zu bringen. Sie sollen zeigen, welches Tempo das Fehmarnbelt-Projekt in den kommenden Jahren realistisch halten kann.
Ziel ist es, künftig ein Tunnelelement innerhalb von 12 Tagen absenken zu können. Diese Zielmarke gilt jedoch nur in den Zeitfenstern, in denen die Arbeiten tatsächlich durchgeführt werden können. Wetter, Seegang, die Arbeiten im Tunnelgraben und Einschränkungen auf deutscher Seite können das Tempo weiterhin beeinflussen.
Der ursprüngliche Hauptzeitplan ging davon aus, dass alle 89 Elemente innerhalb von drei Jahren abgesenkt werden. Danach folgen Installationen, Tests und die Vorbereitung der Anlage, bevor die Verbindung für den Verkehr geöffnet werden kann. Die strengen deutschen Umweltauflagen und die praktischen Bedingungen auf See machen es jedoch schwierig, dieses Tempo durchgehend zu halten.