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Analyse: Für Fehmarn beginnt jetzt der eigentliche Tempotest

Zwei Tunnelelemente liegen nun im Fehmarnbelt. Doch die 51 Tage zwischen den ersten beiden Absenkungen zeigen, warum das nächste Element für den Zeitplan und den großen Streit über die Verzögerungen entscheidend wird.

Foto: Sund & Bælt
Veröffentlicht Geändert

Das Fehmarnbelt-Projekt hat sein zweites Tunnelelement auf den Meeresboden gebracht. Das geschah am 27. Juni, 51 Tage nachdem das erste Element vor Rødbyhavn als platziert gemeldet worden war.

Damit ist das Projekt in eine Phase eingetreten, in der sich das Tempo erstmals praktisch messen lässt. Nach mehreren Jahren mit Verzögerungen, Auseinandersetzungen und Vorbereitungen gibt es nun zwei konkrete Daten in jenem Teil der Arbeiten, der den gesamten künftigen Zeitplan tragen soll.

Der Abstand zwischen den ersten beiden Elementen ist deshalb wichtig. 51 Tage sind die erste reale Tempomarke bei der Absenkung, und diese Zahl zeigt, wie empfindlich der Zeitplan ist. Der Fehmarnbelt-Tunnel besteht aus 89 Elementen. Zwei liegen nun auf dem Meeresboden. 87 fehlen noch. Würde sich der Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Element während der gesamten restlichen Absenkung wiederholen, würde es 4.437 Tage dauern, die übrigen Elemente zu platzieren. Das entspricht etwas mehr als zwölf Jahren.

Diese Rechnung ist eine Überschlagsrechnung und muss auch so behandelt werden. Die ersten beiden Elemente sind eine zu schmale Grundlage für eine eigentliche Prognose für den Rest des Tunnels. Die ersten Absenkungen finden in einer Anlaufphase statt, und die Strömungen in Küstennähe waren die größte Herausforderung. Die Rechnung zeigt dennoch, warum der Rhythmus zwischen den Elementen nun entscheidend wird. Jede zusätzliche Woche zwischen zwei Absenkungen wirkt sich schnell auf ein Projekt aus, in dem 89 Elemente nacheinander in einen 18 Kilometer langen Tunnelgraben gelegt werden müssen.

Zwölf Tage zwischen jeder Absenkung

Der ursprüngliche Hauptzeitplan liefert den Maßstab. Für die Absenkung der Tunnelelemente waren 36 Monate vorgesehen. Das entspricht etwa 2,5 Elementen pro Monat oder im Durchschnitt ungefähr einem Element alle zwölf Tage. Der Abstand zwischen den ersten beiden Elementen liegt weit von diesem Rhythmus entfernt.

Deshalb wird das nächste Element wichtig. Das erste Element war der Durchbruch nach einer langen Zeit ohne Absenkungen. Das zweite zeigte, dass die Operation wiederholt werden konnte. Das dritte wird zum ersten Hinweis darauf, ob die Arbeiten allmählich einen stabileren Takt finden können.

Kommt es schnell, lassen sich die 51 Tage zwischen dem ersten und dem zweiten Element eher als Anlaufphase mit Wetterfenstern und schwierigen Strömungen in Küstennähe lesen. Vergehen erneut viele Wochen, wird das Tempo zu einem deutlich größeren Problem für den kommenden Zeitplan. Diese Entwicklung wird für Bauherr, Hauptunternehmer und die politische Ebene zunehmend schwer zu übergehen sein.

Denn die Absenkung führt direkt in den wirtschaftlichen Konflikt des Projekts hinein. Der Hauptunternehmer Femern Link Contractors hat seine Einschätzung der Verzögerung bereits in Geld und Monaten beziffert. In seiner Forderung über 14,5 Mrd. DKK gegen Femern A/S bewertet der Unternehmer die Verzögerung der Arbeiten mit 20 Monaten. Die Forderung knüpft an die Arbeiten auf See und an die strengen Umweltauflagen an, die die deutschen Behörden über das Projekt gelegt haben. Diese Auflagen waren bei Vertragsunterzeichnung nicht bekannt.

Überarbeiteter Zeitplan

Der entscheidende Punkt in diesem Zusammenhang ist die Zeitangabe. FLC beziffert die Verzögerung, die nach Einschätzung des Unternehmers die Absenkungsarbeiten trifft, auf 20 Monate. Nun beginnt die Wirklichkeit, die ersten Zahlen zu liefern, an denen diese Einschätzung gemessen werden kann.

Zugleich finden die ersten Absenkungen im küstennahen Beginn des Tunnelgrabens vor Lolland statt. Dort haben die Strömungen Probleme bereitet, und dort muss das Projekt nun zeigen, dass sich die praktischen Schwierigkeiten in einen wiederholbaren Arbeitsrhythmus übersetzen lassen. Weiter draußen im Fehmarnbelt warten andere Rahmenbedingungen, darunter deutsche Umweltauflagen und die Arbeiten im Natura-2000-Gebiet. Im Moment ist der küstennahe Abschnitt die konkrete Probe.

Das Fehmarnbelt-Projekt hat angekündigt, dass ein überarbeiteter Zeitplan vorgelegt wird, wenn vier Standardelemente und ein Spezialelement abgesenkt worden sind. Deshalb sind die nächsten Elemente mehr als gewöhnlicher Baufortschritt. Sie werden zur Datengrundlage für den Plan, der das Ziel 2029 ersetzen und zeigen soll, wie weit die Verzögerung tatsächlich reicht.

Das zweite Element auf dem Meeresboden ist deshalb zugleich Fortschritt und Warnsignal. Das Fehmarnbelt-Projekt ist in jene Phase eingetreten, die viel zu lange stillstand. Gleichzeitig zeigen die 51 Tage zwischen dem ersten und dem zweiten Element, wie groß der Abstand zwischen den ersten Absenkungen und dem Tempo ist, das ein vollständiger Tunnel verlangt.

Der eigentliche Test beginnt jetzt. Das Fehmarnbelt-Projekt hat gezeigt, dass ein Tunnelelement abgesenkt werden kann. Es hat auch gezeigt, dass sich die Operation wiederholen lässt. Die nächsten Absenkungen müssen zeigen, ob die Arbeiten den Rhythmus finden können, auf dem ein neuer Zeitplan aufbauen muss.

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