Unter Einwanderern aus den sogenannten MENAPT-Ländern gibt es in Dänemark weiterhin ein erhebliches ungenutztes Arbeitskräftepotenzial. Zu dieser Gruppe zählen Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas sowie Pakistan und die Türkei.
Eine neue Analyse von SMVdanmark kommt zu dem Ergebnis, dass 2025 rund 33.100 zusätzliche Vollzeitkräfte in Beschäftigung sein könnten, wenn diese Gruppe die gleiche Beschäftigungsquote hätte wie Menschen dänischer Herkunft.
Der Analyse zufolge waren 44,6 Prozent der 158.800 MENAPT-Einwanderer im erwerbsfähigen Alter 2025 in Beschäftigung. Bei Menschen dänischer Herkunft lag die Quote bei 65,5 Prozent. Die Beschäftigungslücke beträgt damit 20,9 Prozentpunkte.
SMVdanmark schätzt zudem, dass ein vollständiger Abbau dieser Lücke die öffentlichen Finanzen zu Preisen von 2025 um 11,8 Milliarden DKK stärken könnte. Die Berechnung stützt sich auf frühere Schätzungen des Finanzministeriums zum Nettobeitrag von Einwanderern zu den öffentlichen Finanzen.
Fortschritte seit 2015
Zugleich zeigt die Analyse, dass sich die Entwicklung verbessert hat. Seit 2015 ist die Beschäftigungsquote unter MENAPT-Einwanderern um 16,2 Prozentpunkte gestiegen. Bei Menschen dänischer Herkunft lag der Anstieg im gleichen Zeitraum bei 3,3 Prozentpunkten.
Auch neu zugewanderte Menschen finden schneller Arbeit als noch vor wenigen Jahren. 2019 waren 33,2 Prozent der Einwanderer aus MENAPT-Ländern bereits im ersten Jahr nach Erteilung ihrer Aufenthaltserlaubnis beschäftigt. 2024 lag dieser Anteil bei 42,6 Prozent.
Trotz dieser Entwicklung liegt die Gruppe weiterhin deutlich hinter Menschen dänischer Herkunft und anderen nichtwestlichen Einwanderern zurück. 2025 erreichte die Beschäftigungsquote unter anderen nichtwestlichen Einwanderern 58,3 Prozent. Das waren 13,7 Prozentpunkte mehr als bei der MENAPT-Gruppe.
Nach Einschätzung von SMVdanmark liegt ein großer Teil des Potenzials bei Menschen außerhalb des Arbeitsmarkts, darunter Bezieher von Erwerbsminderungsrenten, Personen in Flexjobs, Studierende und Empfänger von Sozialleistungen. Die Organisation plädiert deshalb für Änderungen, die die Anreize zur Arbeitsaufnahme erhöhen sollen.