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Reihenfolge der ersten Tunnelelemente für den Fehmarnbelt-Tunnel steht fest

Nach langwierigen problemen mit IVY, streit über die tunnelrinne und wachsenden konflikten auf der femern-baustelle steht die reihenfolge der ersten tunnelsegmente nun fest.

Die Vorbereitung des ersten Tunnelelements ist in vollem Gange. Foto: Sund & Bælt
Veröffentlicht Geändert

Nach einer langen Phase mit Problemen rund um das Absenkfahrzeug IVY, Streit über die Tunnelrinne und massiven Spannungen auf der Femern-Baustelle steht die Reihenfolge der ersten Tunnelelemente nun fest. Das erste Element könnte in den kommenden Tagen abgesenkt werden.

Die ersten Elemente sollen in folgender Reihenfolge abgesenkt werden: 77, 78, 79, 76, 75, ein Spezialelement und danach 74. Damit wird Element 77 das erste Tunnelelement sein, das an das Tunnelportal auf Lolland angeschlossen wird, teilte Sund & Bælt FemernBusiness mit.

Ein Tunnelelement ist eines der großen Betonelemente mit einem Gewicht von 73.500 Tonnen, aus denen der Tunnel gebaut wird. Die Elemente werden in Rødbyhavn gegossen, in den Fehmarnbelt geschleppt und in die Tunnelrinne auf dem Meeresboden abgesenkt, wo sie nacheinander miteinander verbunden werden. So entsteht der 18 Kilometer lange Absenktunnel zwischen Dänemark und Deutschland. Der Tunnel besteht aus 79 Standardelementen und zehn Spezialelementen.

Die Spezialelemente unterscheiden sich dadurch, dass sie unter den Straßen- und Eisenbahnröhren über ein Kellergeschoss verfügen. Dort werden Technik und Installationen für Betrieb und Überwachung des Tunnels untergebracht. Die zehn Spezialelemente sollen im Abstand von jeweils etwa zwei Kilometern entlang der Verbindung liegen.

Konflikte an mehreren Fronten

Hier sieht man das Tunnelelement von innen. Foto: Sund & Bælt

Die Absenkung beginnt auf den ersten 650 Metern der Tunnelrinne, die im vergangenen Jahr einer der größten Streitpunkte des Projekts war. Der Hauptauftragnehmer Femern Link Contractors, FLC, vertrat die Auffassung, dass die Rinne in ihrem damaligen Zustand nicht freigegeben werden könne, und verwies auf so gravierende Mängel, dass die Arbeiten erst nach einer Einigung über den Zustand des Bodens fortgesetzt werden konnten. Sund & Bælt und Femern A/S hielten dagegen daran fest, dass sich die Abweichungen mit kleineren Anpassungen beheben ließen.

Die Auseinandersetzung um die Tunnelrinne wurde damit zu einem zentralen Teil eines größeren Konflikts über Verantwortung, Zeitplan und Kosten. FLC hat gegenüber Femern A/S Forderungen in Höhe von 14,5 Milliarden dänischen Kronen geltend gemacht und sich dabei auf veränderte Rahmenbedingungen und Verzögerungen berufen. Parallel dazu läuft ein internationales Schiedsverfahren wegen coronabedingter Verzögerungen. Der Konflikt ist inzwischen so weit eskaliert, dass sich auch der Departementschef des dänischen Verkehrsministeriums direkt in die Frage eingeschaltet hat, ob der Auftragnehmer in der Lage ist, das Projekt zu Ende zu führen. Über die Qualität des restlichen 18 Kilometer langen Tunnelgrabens herrscht zwischen den Parteien weiterhin keine Einigkeit. Deshalb bilden vorerst nur die ersten 650 Meter die Grundlage für die Absenkphase.

Unterdessen läuft die Produktion in Rødbyhavn weiter. Bislang wurden 14 Standardelemente hergestellt, hinzu kommen drei gegossene Spezialelemente.

Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollte die Absenkung 36 Monate dauern. Die deutschen Umweltauflagen und die Verzögerungen, die das Projekt bereits getroffen haben, deuten jedoch darauf hin, dass dieser Abschnitt länger dauern könnte. Anschließend folgen bis zu zwei Jahre für Tests und technische Installationen, bevor die Verbindung in Betrieb gehen kann.

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