Storstroem Bridge Joint Venture - der Unternehmer hinter der Storstrømsbroen - hat gerade einen Jahresabschluss für 2024 mit einem Defizit von 741 Millionen Kronen vorgelegt.
Dies geschieht nach einem weiteren Jahr mit Verzögerungen, steigenden Kosten und anhaltender Unsicherheit über die Wirtschaftlichkeit des staatlichen Milliardenprojekts.
Laut der Geschäftsführung ist der Vertrag im Jahr 2024 noch verlustbringender geworden. Im Jahresabschluss verweist das Unternehmen unter anderem auf ungewöhnliche Seeverhältnisse und Probleme bei der Elementproduktion.
741 Mio. in das Unternehmen investiert
Storstroem Bridge Joint Venture I/S hat kein Eigenkapital und ist nur in der Lage, die Arbeit fortzusetzen, weil das italienische Mutterunternehmen Itinera S.p.A. 741 Millionen Kronen an neuem Kapital eingebracht hat, um den Verlust des Jahres zu decken.
Gleichzeitig hat die Straßenbehörde eine sogenannte Liquiditätsbrücke bereitgestellt - eine vorübergehende finanzielle Unterstützungsregelung, die sicherstellen soll, dass der Bau nicht zum Stillstand kommt. Die Regelung wurde 2023 vereinbart und besteht aus 700 Millionen Kronen, die in Raten ausgezahlt wurden, sobald der Unternehmer eine Reihe von Meilensteinen im Bau erreicht hat. Der gesamte Betrag wurde nun ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgte gegen Bankgarantie.
Die neue Storstrømsbro
• Vom Folketing beschlossen am 21. März 2013
• Erster Spatenstich: 27. September 2018
• Baukosten: 4,3 Mrd. DKK (Preise von 2023)
• EU-Förderung: Bis zu 425 Mio. DKK
• Länge: 3.832 Meter - Dänemarks drittlängste Brücke
• Ausstattung: 2 Bahngleise, 9 Meter Straße und Weg für Fußgänger und Radfahrer
• Voraussichtlich fertig: Autoverkehr 2025, Zugverkehr 2027
Die Geschäftsführung schätzt, dass das Unternehmen den Betrieb mindestens ein weiteres Jahr fortsetzen kann, unter anderem weil das Mutterunternehmen eine Unterstützungserklärung abgegeben hat.
Große Schiedsgerichtsbarkeit
Der Unternehmer hat größere finanzielle Ansprüche gegen die Straßenbehörde erhoben und gibt im Bericht an, dass ein wesentlicher Teil des Wertes der 'laufenden Arbeiten' davon abhängt, ob diese Ansprüche anerkannt werden. Der Streit dreht sich laut dem Unternehmen um Änderungen und Verzögerungen im Genehmigungsprozess sowie technische Anforderungen des Bauherrn. Der Fall soll durch Schiedsgerichtsbarkeit entschieden werden.
Die Geschäftsführung erwartet, dass das Ergebnis für 2025 einigermaßen ausgeglichen sein wird.
Ein von Anfang an problembehaftetes Projekt
Der aktuelle Bericht reiht sich in eine Reihe von Herausforderungen ein, die die Storstrømsbroen seit Beginn geprägt haben. Ursprünglich bestand das Unternehmerkonsortium aus drei italienischen Unternehmen: Itinera, Condotte und Grandi Lavori Fincosit. Im Laufe der Zeit zogen sich die beiden Letztgenannten zurück, unter anderem nach Korruptionsfällen im Heimatland. Und hinterließen Itinera allein mit der Verantwortung für den Bau.
Das Projekt hatte zudem Herausforderungen mit dem Arbeitsumfeld und den Arbeitsbedingungen. Es wurden eine beträchtliche Anzahl von Anordnungen von der Arbeitsschutzbehörde erteilt, und es gab Fälle von Unstimmigkeiten bezüglich Lohn- und Beschäftigungsbedingungen sowie Beispiele für Unfälle, die nicht gemeldet wurden. Einzelne Episoden betrafen auch die gewerkschaftliche Organisation.
Gleichzeitig hat sich die Wirtschaftslage kontinuierlich verschlechtert. Bereits in früheren Berichten hat Itinera auf Probleme mit Designgenehmigungen und technischen Änderungen als Ursache für erhebliche Mehrkosten und die Notwendigkeit hingewiesen, sowohl Budgets als auch Organisation neu zu berechnen.
Laut Vejdirektorat wird erwartet, dass die Brücke 2025 für den Autoverkehr und 2027 für den Bahnverkehr bereit ist.