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Fehmarn: Straßen können vor Zügen öffnen

Verspätungen in der deutschen Eisenbahninfrastruktur können dazu führen, dass der Autoverkehr vor dem Zugverkehr auf der Fehmarn-Verbindung startet. Femern A/S erwägt, die Durchführung von zwei Installationsverträgen zu verschieben.

Zeit kann gespart werden, indem der Autoverkehr vor dem Zugverkehr geöffnet wird. Archivfoto: Sund & Bælt
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Dänemark könnte die Femern-Verbindung für Autos öffnen, bevor Züge nach Deutschland fahren können. Dies geht aus dem jüngsten Statusbericht des Verkehrsministeriums hervor, in dem Femern A/S erwägt, die Reihenfolge einiger der zentralsten Installationsarbeiten im Tunnel zu ändern, um die Verzögerung der Straßenöffnung zu verringern.

Der Hintergrund ist, dass die deutschen Eisenbahnanlagen verzögert sind. Laut den deutschen Behörden wird die Eisenbahn südlich des Tunnels erst 2029 für den Verkehr bereit sein, und ein neuer Femernsund-Tunnel auf deutscher Seite wird voraussichtlich erst um 2032 fertiggestellt. Damit könnte der Zugverkehr über den Fehmarnbelt blockiert sein, obwohl der Absenktunnel selbst fertiggestellt ist.

Dies hat Femern A/S veranlasst, den aktuellen Zeitplan zu überdenken.

Zwei Eisenbahnverträge könnten verschoben werden

Im Statusbericht schreibt Femern A/S, dass das Unternehmen erwägt, die Durchführung von zwei Installationsverträgen zu verschieben. Es handelt sich um die mechanischen und elektrischen Installationen für Eisenbahngleise und Fahrstrom im Tunnel.

Fahrstrom ist die technische Stromversorgung, die es Elektrolokomotiven ermöglicht zu fahren, während die Gleisarbeiten die eigentliche Eisenbahntechnik im Tunnel umfassen. Beide Teile sind für den Zugbetrieb notwendig, haben jedoch keine Bedeutung für den Autoverkehr.

Durch die Verschiebung dieser Arbeiten kann Femern A/S laut Bericht einen robusteren Zeitplan erstellen und gleichzeitig die Verzögerung der Eröffnung der Straßenverbindung reduzieren.

Erst die Straße, später die Bahn

Die Überlegung deutet auf ein mögliches Szenario hin, bei dem Autofahrer Zugang zur Femern-Verbindung erhalten können, auch wenn die Züge noch nicht zwischen Dänemark und Deutschland fahren können.

Nach dem ursprünglichen Plan sind etwa 30 Monate für Installationen und Tests vorgesehen, nachdem die Tunnelelemente abgesenkt wurden. Wenn alle Installationen zusammen durchgeführt werden, besteht das Risiko, dass Verzögerungen im Eisenbahnteil das gesamte Projekt, einschließlich der Straßeneröffnung, bremsen.

Durch eine stärkere Trennung der Arbeiten kann sich Femern A/S stattdessen auf die Systeme konzentrieren, die für einen sicheren Straßenbetrieb erforderlich sind, während die Eisenbahntechnik darauf wartet, dass die deutsche Infrastruktur bereit ist.

Schlechte Zwischenzeit

Der Statusbericht skizziert gleichzeitig die Rahmenbedingungen, die in der Praxis bestimmen, wie schnell das Projekt abgeschlossen werden kann. Im ursprünglichen Hauptzeitplan hat der Auftragnehmer mit 36 Monaten für das Absenken der Elemente und anschließend etwa 30 Monaten für technische Installationen und Tests gerechnet, bevor der Tunnel für den Verkehr geöffnet werden kann. Zusammengerechnet deutet dies auf eine Eröffnung etwa 5,5 Jahre nach dem ersten Absenken hin. Wenn das erste Absenken Anfang 2026 erfolgt, würde dies eine Eröffnung um den Sommer 2031 bedeuten.

Das Verkehrsministerium schreibt gleichzeitig, dass mit einer Verteuerung zu rechnen ist, die die Rückzahlungszeit verlängern wird, aber dass sie weiterhin innerhalb der Rahmenbedingungen erwartet wird, die der Verabschiedung des Baugesetzes zugrunde lagen.

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