Frauen in Führungspositionen sind im dänischen Geschäftsleben immer noch eine Seltenheit. Neue Zahlen der Denkfabrik Equalis zeigen, dass der Fortschritt für weibliche Direktoren und Topmanager zum Stillstand gekommen ist - und in einigen Bereichen sogar in Rückschritt umgeschlagen ist. In der Region Seeland, die u.a. Südseeland, Lolland und Falster umfasst, sind nur 23 Prozent der Direktoren und 17 Prozent der Geschäftsführer Frauen.
Frauen in Führungspositionen - Regionale Unterschiede
📍 Hauptstadtregion
- Direktoren: 34 %
- Geschäftsführer: 23 %
📍 Seeland
- Direktoren: 23 %
- Geschäftsführer: 17 %
📍 Mitteljütland
- Direktoren: 20 %
- Geschäftsführer: 14 %
📍 Süddänemark
- Direktoren: 20 %
- Geschäftsführer: 14 %
📍 Nordjütland
- Direktoren: 18 %
- Geschäftsführer: 13 %
📊 Quelle: Diversitätsbarometer 2025 / Dänische Statistik
Die Zahlen zeigen, dass je weiter man sich von Kopenhagen entfernt, desto weniger Frauen in Führungspositionen gibt es.
- Dieser Trend ist sehr deutlich und springt wirklich ins Auge, sagt Gine Maltha Kampmann, Direktorin der Denkfabrik Equalis.
Sie erklärt, dass die Geschlechterstereotypen stärker werden, je weiter man sich von der Hauptstadt entfernt.
- Es gibt eine traditionellere Sicht auf die Geschlechter und die damit verbundenen Aufgaben, sagt sie.
Frau in einer Männerwelt
Viking Malt ist eines der führenden Malzunternehmen Europas mit sechs Mälzereien in u.a. Finnland, Schweden und Dänemark. Zu den Kunden zählen Brauereien auf der ganzen Welt.
An der Spitze des dänischen Teils, der allein über eine halbe Milliarde umsetzt, steht Karen Mette Krieger Lassen. Seit 2018 ist sie Direktorin von Viking Malt in Ørslev außerhalb von Vordingborg. Mit einem Hintergrund als Chemieingenieurin und früheren Positionen bei Carlsberg und Novo Nordisk hat sie zum Wachstum und zur Entwicklung des Unternehmens beigetragen. Und also zur Geschlechtervielfalt.
- Ich habe keine Nachteile erlebt, eine Frau zu sein. Ich kann mich vorteilhaft abheben und habe wahrscheinlich einen eher ganzheitlichen Ansatz bei einigen Problemstellungen. Da kann ich etwas anderes, und das wird meiner Erfahrung nach geschätzt, sagt Karen Mette Krieger Lassen, die auch ausgebildete Braumeisterin ist.
Was soll man tun, um mehr weibliche Direktoren zu haben?
- Als Unternehmen sollte man die Talente fördern, die man in der eigenen Organisation hat. Und man sollte nicht einfach das tun, was man immer getan hat, und einen männlichen Direktor einstellen, nur weil man das immer so gemacht hat, sagt Karen Mette Krieger Lassen.
- Man stärkt sein Unternehmen, wenn man es wagt, ein wenig anders zu denken und nicht einfach das einstellt, was man gewohnt ist, sagt sie.
Der Vorstand ist ein Problem
In Sakskøbing befindet sich die Fælleskøkkenet. Und hier gibt es auch eine weibliche Direktorin. Kirsten Skovsby ist Chefin von etwa 100 Mitarbeitern, die unter anderem für die Zubereitung von Essen für Pflegeheime verantwortlich sind.
Kirsten Skovsby weiß genau, was nötig ist, damit es mehr wie sie gibt:
- Man sollte den Fokus auf andere Qualifikationen legen, als man es typischerweise heute tut. In Stellenanzeigen liegt ein großer Fokus auf unmittelbaren Ergebnissen und der Bilanz. Wenn man stattdessen den Fokus auf weichere Werte und darauf legen würde, ein Unternehmen zum Funktionieren zu bringen, würde das einen großen Unterschied machen, sagt sie.
Das klingt vielleicht sehr einfach, aber es ist ein Vorstand, der den Direktor einstellt.
- Und hier sind es ja fast nur Männer in Anzügen, also muss man sich das auch ansehen, sagt Kirsten Skovsby.