Arcadia eFuels gehört zu fünf europäischen Unternehmen, die von der EU mehr Tempo beim Aufbau einer europäischen Produktion von grünem Flugkraftstoff verlangen.
Das Unternehmen steht hinter dem geplanten Milliardenprojekt auf Masnedø bei Vordingborg Havn. Dort soll synthetischer Flugkraftstoff für die Luftfahrt produziert werden. Das Projekt hat bereits eine Umweltgenehmigung erhalten, und im März wurde die Förderung aus dem EU-Innovationsfonds formalisiert. Aus dem jüngsten Geschäftsbericht von Arcadia geht jedoch hervor, dass dem Projekt weiterhin der große Abnahmevertrag und die Finanzierung fehlen, die nötig sind, bevor der Bau beschlossen werden kann.
Der europäische Vorstoß kommt von Arcadia eFuels, INERATEC, Norsk e-Fuel, SkyNRG und ZAFFRA. Die fünf Unternehmen argumentieren, Europa müsse eine eigene Produktion von grünem Flugkraftstoff aufbauen, damit die Luftfahrt weniger abhängig von importierten Kraftstoffen und weniger anfällig für Turbulenzen auf den Energiemärkten wird.
Großer Kunde fehlt noch
Die Unternehmen weisen zugleich darauf hin, dass es in Europa bereits viele geplante Projekte gibt, große Anlagen aber nur schwer bis zur endgültigen Investitionsentscheidung kommen. Es fehlten unter anderem Kunden, die sich langfristig zum Kauf des Kraftstoffs verpflichten, Unterstützung für die ersten großen Projekte sowie stabilere Rahmenbedingungen für Investoren und Kreditgeber.
Diese Herausforderung kennt Arcadia aus dem eigenen Projekt. Im Geschäftsbericht für 2025 erklärte das Unternehmen, dass weiterhin mit einem potenziellen Kunden verhandelt werde, der einen erheblichen Teil der Produktion aus der Anlage auf Masnedø abnehmen soll. Ein solcher Vertrag kann für ein Projekt dieser Größenordnung entscheidend sein, weil Banken und Investoren in der Regel klare Hinweise auf künftige Einnahmen sehen wollen, bevor sie Geld bereitstellen.
Das dänische Projekt von Arcadia wird in den Unterlagen der fünf Unternehmen hervorgehoben. Geplant ist auf Masnedø eine Power-to-X-Anlage im industriellen Maßstab, in der grüner Strom, Wasser und abgeschiedenes CO2 zur Produktion von synthetischem Flugkraftstoff genutzt werden sollen. Die Gesamtinvestition wurde früher auf rund 15 Milliarden dänische Kronen geschätzt, falls das gesamte Projekt realisiert wird.
Der europäische Vorstoß ändert jedoch nichts am aktuellen Stand des Projekts auf Masnedø. Die EU-Förderung wird erst ausgezahlt, wenn die Gesamtfinanzierung steht, und Arcadia hat noch keine endgültige Entscheidung über den Bau der Anlage getroffen.