Neuer Bericht: 23.500 Pendler können Lolland-Falster in einer Stunde erreichen

Der 18 Kilometer lange Tunnel wird nicht nur die Europakarte verändern. Er wird auch den Weg für 23.500 potenzielle Pendler ebnen.

Ab 2029 werden Pendler und nicht Bau- und Arbeitsmaschinen den Hafen von Rødby dominieren. Foto: Anders Knudsen
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Wenn die feste Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland fertiggestellt ist, schätzt ein neuer Bericht, dass über 23.000 neue Arbeitnehmer ihren Weg nach Lolland und Falster finden können.

Es wurde viel über das Potenzial der Fehmarnverbindung gesprochen. Der 18 Kilometer lange Tunnel wird nicht nur die Europakarte verändern. Er wird auch den Weg für 23.500 mögliche Pendler ebnen. Das zeigen Berechnungen des Beratungsunternehmens COWI.

Es geht einfach darum, dass viel mehr Menschen nach Lolland-Falster pendeln können. Aus der Forschung weiß man viel darüber, wie lange Menschen bereit sind, für den Weg zur und von der Arbeit zu investieren. Man weiß auch, dass je höher die Ausbildung, desto weiter ist man bereit zu pendeln. Der Bericht hat speziell drei Städte untersucht und wie viel jede Stadt anziehen kann, weil die Reisezeit deutlich kürzer wird. Und im Vergleich zu Køge und dem deutschen Lübeck steht Nykøbing Falster als großer Gewinner da. Das Potenzial ist eine erhöhte Arbeitskraft von bis zu 28 Prozent.

Neue Möglichkeiten

Bei Metalcolour in Øster Toreby, etwas außerhalb von Nykøbing, arbeitet man mit Oberflächenbehandlung und Vorlackierung von Stahl- und Metallplatten. Auf der Wunschliste für deutsche Pendler stehen unter anderem Prozess- und Industrieoperatoren.

- Alles, was uns mehr Arbeitskraft bringen kann, wäre ein Geschenk für uns, sagt Geschäftsführer Jakob Søndergaard Nielsen.

Er freut sich auf das erhöhte Arbeitsangebot. Und die Möglichkeiten, die Metalcolour bekommen kann. Aber es muss von Anfang an vieles geregelt sein, betont er.

- Es muss von Anfang an Beratung geben. Es ist wichtig, dass man als deutscher Pendler Hilfe bei allem bekommen kann, zum Beispiel bei Fahrtkostenabzug und Steuern, und was es sonst noch gibt. Das können wir als Unternehmen schwer leisten.

Ebenso ist es entscheidend, dass sowohl viele Autos als auch Züge durch den Tunnel kommen.

- Die Zugverbindungen müssen vorhanden sein. Wenn die Verbindung fertig ist, muss alles bereit sein. Dann hat man das Interesse der Neuheit und wir können Menschen anziehen. Wenn dieser Teil plötzlich hinterherhinkt, wird es Herausforderungen geben, sagt er.

Fehlende Fachkräfte und Hochschulabsolventen

Lolland und Falster haben bereits einen großen Bedarf an sowohl Fachkräften als auch Hochschulabsolventen. Der Bericht hebt hervor, dass insbesondere Branchen wie Bauwesen, Metallindustrie und Ingenieurwesen von dem erhöhten Arbeitsangebot profitieren können. Und somit die Möglichkeit, dass lokale Unternehmen Mitarbeiter aus Norddeutschland rekrutieren können.

Bei S.E.W. North Filtration in Maribo produziert man Lösungen zur Filterung und Reinigung von Luft. Hier ist der Markt global und Deutschland ist der größte Exportmarkt.

- Wir erhalten eine weitere Möglichkeit, Arbeitskräfte zu rekrutieren. Und darauf freuen wir uns, sagt Geschäftsführer Jakob Jacobsen.

Hier sind bereits Deutsche angestellt. Aber es sind Leute, die nach Dänemark gezogen sind.

Möglichkeiten und Einschränkungen

Gleichzeitig weist der Bericht darauf hin, dass Kosten wie Tunnelgebühren und Transport eine Barriere für das Interesse einiger Pendler darstellen können. Es besteht daher Bedarf an Lösungen, die das Pendeln attraktiver und zugänglicher machen können.

Wenn die Herausforderungen bewältigt werden, kann die neue Verbindung viel für Lolland-Falster verändern. Mit Tausenden von neuen potenziellen Arbeitskräften und einem einfacheren Zugang zu Arbeitsplätzen könnte die Region vor einem beispiellosen Wachstum stehen.

In der Öresundregion gibt es heute 18.500 schwedische Arbeitnehmer. Hier hat man gezielt und kontinuierlich daran gearbeitet, die Zusammenarbeit und den Dialog über das Arbeiten und Wohnen über den Öresund hinweg zu stärken.

Beim Fehmernbelt Business Council (FBBC), einer Vereinigung von Wirtschaftsorganisationen aus Dänemark, Norddeutschland und Südschweden, hofft man, dass die Behörden bereit sind zu helfen. Man empfiehlt, ein sogenanntes 'Femern Direct' einzurichten, wo es einen zentralen Zugang und Informationsservice gibt, wo sich Bürger und Pendler über alle praktischen Aspekte informieren können, die mit der Aufnahme eines Jobs auf der anderen Seite des Gürtels verbunden sind.

- Wir sehen ein großes Potenzial für einen Arbeitsmarkt über den Fehmarnbelt, wenn die Verbindung vollständig fertiggestellt ist, sagt Steen Nielsen, stellvertretender Direktor bei DI und Mitglied im FBBC.

Und es ist wichtig, dass es einfach ist, in einem Land zu arbeiten und in einem anderen zu wohnen.

- Es erfordert einen Fokus darauf, dass die Regeln die Mobilität über den Belt unterstützen. Daher sollte die notwendige Beratung für Unternehmen und Mitarbeiter eingerichtet werden, wie wir es bereits heute am Öresund und an der Grenze zu Deutschland in Südjütland kennen. Und dänische und deutsche Behörden sollten weiterhin daran arbeiten, dass die Gesetzgebung, einschließlich der Regeln für Fernarbeit, die Arbeit über die Grenze hinweg nicht behindert.

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