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Nun hat Deutschland einen Plan - die Frage ist, ob er hält?

Die Deutsche Bahn kündigt den Baubeginn des Femernsund-Tunnels an, aber der Zeitplan bis 2029 stößt auf Skepsis.

Nun gibt es endlich einen Plan für den Zugverkehr auf der deutschen Seite.
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Nach mehreren Jahren der Unsicherheit gibt es nun endlich Aussicht auf Fortschritt auf der deutschen Seite der Fehmarnbelt-Verbindung. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass der Bau des notwendigen Tunnels unter dem Fehmarnsund - der Verbindung zwischen der Insel Fehmarn und dem deutschen Festland - im Jahr 2026 beginnen kann. Es ist das erste Mal, dass es einen konkreten Plan gibt, wann Güterzüge weiter nach Hamburg und den Rest Europas fahren können.

Fehmarnbelt und Fehmarnsund werden oft in einem Atemzug genannt, decken jedoch zwei verschiedene Teile der Verbindung ab. Der Fehmarnbelt ist der eigentliche Tunnel unter dem Meer, von Rødby zur Insel Fehmarn. Aber die Verbindung endet nicht dort. Um weiter nach Deutschland zu gelangen, muss der Verkehr auch den Fehmarnsund überqueren - und hier kann das gesamte Projekt auf große Verzögerungen stoßen.

Der neue deutsche Plan sieht vor, dass der Bau eines Tunnels unter dem Fehmarnsund im Sommer 2026 beginnen kann - vorausgesetzt, der Planungsprozess verläuft wie erhofft. Die Deutsche Bahn wird ein sogenanntes Allianzenmodell verwenden, bei dem Bauunternehmer und Bauherr bereits in der Entwurfsphase eng zusammenarbeiten, um Engpässe zu vermeiden.

Trägheit auf der deutschen Seite

Bereits im Mai und Juni dieses Jahres finden die ersten öffentlichen Anhörungen statt, die den Weg für behördliche Genehmigungen ebnen sollen. Das Ziel ist, dass der Fehmarnsund-Tunnel gleichzeitig mit der Fehmarnbelt-Verbindung im Jahr 2029 fertiggestellt wird. Aber der Zeitplan ist eng - und die Unsicherheit groß.

- Es hat lange an Fortschritt auf der deutschen Seite gefehlt, aber der jüngste Druck von zentralen Akteuren im Projekt hat die Dinge in Bewegung gebracht. Die Situation war unhaltbar, und das konnte jeder sehen. Jetzt gibt es zumindest ein erhöhtes Bewusstsein, und das ist ein Schritt nach vorne, sagt Prof. Dr. Jan Ninnemann, Professor für Verkehrswirtschaft an der Hamburg School of Business Administration und Direktor des Beratungsunternehmens MOVE4WARD Innovative Transport Solutions.

Jan Ninnemann hat in einer Reihe von Analysen - zuletzt in einem Bericht von 2024 - die volkswirtschaftlichen Konsequenzen von Verzögerungen auf dem deutschen Teil des Fehmarn-Projekts bewertet und berechnet, was das für die Güter-, Passagier- und Klimaziele bedeutet.

Bedeutet der neue Plan also, dass man tatsächlich 2029 das Ziel erreicht?

- Nein, das glaube ich nicht. Aber im Vergleich zu früher, wo man riskierte, die Güterzüge erst 2040 rollen zu sehen, ist das hier ein klarer Fortschritt. Es gibt mehr Kontrolle über die Planung und die eigentliche Durchführung. Ich bin optimistischer, als ich es lange Zeit war, sagt Ninnemann.

Züge sind zentral

Die Güterzüge sind mehr als nur ein Teil der Infrastruktur - sie sind ein Teil der eigentlichen Idee hinter dem Fehmarnbelt-Projekt. Die Verbindung ist als Abkürzung für grünen Transport gedacht und soll Güter von der Straße auf die Schiene verlagern, den Druck auf die Autobahnen verringern und die CO2-Emissionen reduzieren.

Aber ohne eine brauchbare Verbindung über den Fehmarnsund können die Züge nicht von Fehmarn weiter ins deutsche Netz fahren. 

Das verschlechtert sowohl die Klimabilanz als auch das politische Versprechen eines modernen, grünen Transportkorridors zwischen Skandinavien und Europa.

- Es ist ein riesiges Projekt, und natürlich werden unterwegs Verzögerungen auftreten. In einem solchen Prozess beeinflussen sich die Teile ständig gegenseitig. Wird eine Sache verzögert, muss vielleicht etwas anderes beschleunigt werden. Es scheint, dass die Dänen gut darin waren, so zu denken - und es sieht so aus, als ob die Deutschen sich jetzt auch darauf einstellen. Es ist nur schade, dass es nicht schon vor fünf Jahren passiert ist, sagt Jan Ninnemann, der betont, dass es nicht um Geld, sondern um Logistik und Planung geht.

Glaubt nicht an deutschen Zeitplan

Auf dänischer Seite ist man froh, dass man auf deutscher Seite nun einen Plan hat, wie man das Ziel im Schienenverkehr erreichen will.

- Aber man wird nicht bis 2029 fertig, sagt Stig Rømer Winter, Direktor bei Femern Belt Development, einer öffentlichen Entwicklungsorganisation, die daran arbeitet, Wachstum und Zusammenarbeit in der Region um die Fehmarnbelt-Verbindung zu schaffen.

Der deutsche Zeitplan ist zu optimistisch und wird ins Stocken geraten. Und das wird sehr schnell passieren, beurteilt der Direktor von Femern Belt Development.

- Das kann schon in einem Monat passieren, wenn es Anhörungen gibt. Solche Dinge muss man ernst nehmen und in seine Planung einbeziehen, sagt Stig Rømer Winter, der erst glaubt, dass Güterzüge unter dem Fehmarnsund 2032 oder 2033 fahren werden.

- Sie können es bis 2029 nicht schaffen, und ich glaube, das wissen sie auch selbst.

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