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Stromnetz auf Lolland für mehr grüne Energie ausgebaut

Energinet hat drei neue Umspannwerke und 30 Kilometer Erdkabel in Betrieb genommen. Das Projekt wurde rund ein Jahr später fertig als geplant.

Archivfoto: Anders Knudsen
Veröffentlicht Geändert

Energinet hat einen größeren Ausbau des Stromnetzes auf Lolland abgeschlossen. Die Insel ist ein wichtiger Standort für erneuerbare Energie, weil dort zahlreiche Solar- und Windkraftanlagen Strom produzieren.

Das Projekt umfasst drei neue Umspannwerke und rund 30 Kilometer neue 132-kV-Erdkabel. Mit dem Ausbau soll die Kapazität des Stromnetzes erhöht werden, damit mehr Strom aus der Region zu den Verbrauchern transportiert werden kann. Zugleich wird das Netz auf einen wachsenden Strombedarf vorbereitet, unter anderem durch die künftige Fehmarnbelt-Verbindung.

Die drei neuen Umspannwerke befinden sich nahe der Fehmarnbelt-Verbindung, bei Rødby sowie bei Gloslunde südöstlich von Nakskov. Sie sind inzwischen in Betrieb. Das gilt auch für die Kabelverbindungen zwischen den neuen Anlagen und einem bestehenden Umspannwerk bei Nakskov.

- Mit dem Ausbau auf Lolland haben wir im Stromnetz zusätzliche Kapazität geschaffen, damit der grüne Strom die Verbraucher erreichen kann. Wir sind nun bereit, mehr erneuerbare Energie zu transportieren - auch wenn neue große Stromverbraucher wie die Fehmarnbelt-Verbindung angeschlossen werden, sagt Nina Høegh Jensen, Geschäftsführerin von Energinets Eltransmission.

Viele Verzögerungen

Die Inbetriebnahme auf Lolland hat sich um rund ein Jahr verzögert. Damit steht das Projekt in einem größeren Zusammenhang: Energinet war im April vom dänischen Rechnungshof und den Staatsrevisoren wegen der Steuerung des Stromnetzausbaus scharf kritisiert worden.

Nach Angaben des Rechnungshofs sind rund 70 Prozent der Stromnetzprojekte von Energinet verspätet. Im Durchschnitt liegen die Verzögerungen bei knapp zweieinhalb Jahren. Der Rechnungshof bewertete die Steuerung des Ausbaus insgesamt als „sehr unzufriedenstellend“.

Auf Lolland hing die Verzögerung unter anderem damit zusammen, dass Energinet mit etwa der Hälfte der Grundstückseigentümer, deren Flächen für die Kabel benötigt wurden, keine freiwilligen Vereinbarungen schließen konnte. Das Unternehmen leitete deshalb Enteignungsverfahren ein, hat inzwischen aber mit allen betroffenen Grundstückseigentümern Vergleiche geschlossen.

Die Kabelverlegung begann 2025. Technische Probleme führten jedoch dazu, dass die Arbeiten nicht wie geplant im selben Jahr abgeschlossen werden konnten. Als der Winter einsetzte, fehlten zwischen dem neuen Umspannwerk Gloslunde und dem Umspannwerk Vestlolland bei Nakskov noch rund sieben Kilometer Stromkabel.

- Wir mussten über den Winter pausieren. Dafür ging es schnell, als wir Mitte März wieder in den Boden konnten. In nur einem Monat haben unsere Auftragnehmer die letzten Kabel verlegt. Wir haben Hochspannungstests durchgeführt, und in dieser Woche ist die Anlage in Betrieb gegangen. Damit sind wir am Ziel, sagt Carsten Stenløkke Højbjerg, Projektleiter bei Energinet.

Energinet rechnet damit, im Laufe des kommenden Monats die letzten Fahrplatten von den Flächen zu entfernen, auf denen im Frühjahr Kabel verlegt wurden. Anschließend wird der Boden wiederhergestellt, bevor die Flächen an die Grundstückseigentümer zurückgegeben werden. Sie erhalten eine Entschädigung für Schäden an Feldern und Bodenstruktur.

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