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Sund & Bælt bekommt neuen Wirtschaftsprüfer

PwC übernimmt den Auftrag von Deloitte nach einer EU-Ausschreibung. Der Prüfungsauftrag umfasst unter anderem Femern Bælt A/S und die übrige Sund-&-Bælt-Gruppe.

Arbeitshafen auf Lolland. Foto: Sund & Bælt
Veröffentlicht Geändert

Die Sund-&-Bælt-Gruppe hat einen neuen Wirtschaftsprüfer. PwC übernimmt den Auftrag von Deloitte nach einer EU-Ausschreibung. Die Vereinbarung umfasst unter anderem Femern Bælt A/S.

Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Fehmarnbelt-Projekt Ausgaben von mehr als 30 Mio. dänischen Kronen pro Tag erwartet und gerade in die entscheidende Phase des Bauprojekts eingetreten ist.

PwC übernimmt den Auftrag von Deloitte nach einer EU-Ausschreibung für Prüfungsleistungen für die gesamte Sund-&-Bælt-Gruppe. Das geht aus einer Bekanntmachung in der EU-Vergabedatenbank hervor. Der Prüfungsauftrag umfasst Sund & Bælt Holding A/S, Femern Bælt A/S, A/S Femern Landanlæg, A/S Storebælt, A/S Øresund, Sund & Bælt Partner A/S, die BroBizz-Gesellschaften sowie das Øresundsbro Konsortiet I/S.

Der Auftrag umfasst unter anderem die Prüfung und Testierung der Jahresberichte, Prüfungsprotokolle und sogenannte Bestätigungsleistungen. Die Rahmenvereinbarung hat einen geschätzten Wert von 35 Mio. dänischen Kronen ohne Mehrwertsteuer und einen Höchstwert von 45 Mio. dänischen Kronen. PwC gewann den Auftrag mit einem Angebot über 13.960.600 dänische Kronen. Insgesamt gingen drei Angebote ein.

Die Vereinbarung läuft zunächst über zwölf Monate und kann dreimal um jeweils zwölf Monate verlängert werden. Damit kann PwC den Prüfungsauftrag für bis zu vier Jahre übernehmen.

Wechsel nach sechs Jahren

Der Wechsel erfolgt nach sechs Jahren mit Deloitte als Wirtschaftsprüfer. Im Jahr 2020 verlief der Wechsel in die entgegengesetzte Richtung, als Deloitte den Auftrag von PwC übernahm. Wechsel des Wirtschaftsprüfers sind bei großen Unternehmen üblich, da Prüfungsaufträge regelmäßig ausgeschrieben werden und Regeln zur Rotation des verantwortlichen Wirtschaftsprüfers gelten.

Der Zeitpunkt ist dennoch besonders, weil das Fehmarnbelt-Projekt gerade in die Phase eingetreten ist, in der der Tunnel auf dem Meeresboden zusammengesetzt wird. Das erste von insgesamt 89 Tunnelelementen ist im Fehmarnbelt abgesenkt worden. Das Element ist 217 Meter lang, wiegt mehr als 73.000 Tonnen und bildet den ersten Abschnitt des 18 Kilometer langen Tunnels zwischen Rødbyhavn und Puttgarden.

Nach dem jüngsten Jahresbericht von Femern A/S werden für die feste Verbindung im Jahr 2026 Projektaktivitäten von rund 11 Mrd. dänischen Kronen erwartet. Das entspricht mehr als 30 Mio. dänischen Kronen pro Tag. Das Geld fließt unter anderem in die Produktion der Tunnelelemente, die Arbeiten im Tunnelgraben, die technischen Anlagen und den weiteren Aufbau des Projekts auf beiden Seiten des Fehmarnbelts.

Auch wenn die erste Absenkung abgeschlossen ist, liegt der größte Teil der Arbeit noch vor dem Projekt. Die restlichen Tunnelelemente müssen gegossen, hinausgeschleppt und abgesenkt werden, bevor die Arbeiten an Installationen, Tests und Inbetriebnahme abgeschlossen werden können. Sund & Bælt hat zuvor mitgeteilt, dass die offizielle Eröffnung im Jahr 2029 schwer zu erreichen ist. Ein neuer Gesamtzeitplan wird erst erwartet, wenn mehr Erfahrungen mit der Absenkung der ersten Elemente vorliegen.

Hohe Forderungen

Gleichzeitig ist das Projekt von großen ungeklärten finanziellen Fragen geprägt. Der Hauptauftragnehmer Femern Link Contractors hat eine Forderung von 14,5 Mrd. dänischen Kronen gegen Femern A/S unter Sund & Bælt erhoben. Die Forderung betrifft veränderte Voraussetzungen, Verzögerungen und Arbeiten im Tunnelgraben.

Daneben läuft ein internationales Schiedsverfahren über coronabedingte Verzögerungen, in dem der Auftragnehmer rund 570 Mio. dänische Kronen fordert.

Der Tunnelgraben gehört zu den zentralen Streitpunkten zwischen Bauherr und Auftragnehmer. Dabei handelt es sich um den 18 Kilometer langen Graben auf dem Meeresboden, in dem die 89 Tunnelelemente platziert werden sollen. Sund & Bælt hat den Hauptauftragnehmer zusätzlich dafür bezahlt, die ersten 650 Meter des Grabens vorzubereiten. Der übrige Abschnitt ist weiterhin Teil der Verhandlungen zwischen den Parteien.

Die Fehmarnbelt-Verbindung soll Lolland und die deutsche Insel Fehmarn mit einem 18 Kilometer langen Absenktunnel für Straßen- und Schienenverkehr verbinden. Das Projekt ist nutzerfinanziert. Verzögerungen wirken sich daher sowohl auf die Baukosten als auch auf den Zeitpunkt aus, ab dem die Verbindung Einnahmen aus dem Verkehr erzielen kann.

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