Die Regierung wird bald fünf Industrieparks benennen, die entscheidende Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung in Dänemark haben werden. Hier ist ein Vorschlag, wer es sein wird.
Wirtschaftsminister Morten Bødskov, als er das gemeinsame Angebot der Gemeinden Vordingborg und Næstved für einen Industriepark besuchte.
Jonas HøjlundJonasHøjlundRedakteur, FemernBusiness
Wenn die Regierung in wenigen Wochen auf die fünf Industrieparks zeigt, geht es nicht nur um Wirtschaftsentwicklung. Es geht um Politik, Signale und Ausgewogenheit. Die Kommunen, die durch das Nadelöhr kommen, erhalten Zugang zu schnelleren behördlichen Verfahren, einer einheitlichen staatlichen Kontaktstelle und - am wichtigsten - einem staatlichen Gütesiegel, dass hier investiert werden soll.
Es gibt viele Bewerber, und als die Frist im Frühjahr ablief, gab es 31 Angebote. Es gab Kritik daran, dass nur fünf Industrieparks ausgewählt werden, und die Venstre-Partei hat die Tür einen Spalt geöffnet, um möglicherweise mehr zu benennen. In Mitteljütland glaubt man zum Beispiel, dass man alle fünf Plätze allein einnehmen könnte.
Es ist bemerkenswert, dass neben dem Wirtschaftsministerium auch das Ministerium für Städte und ländliche Gebiete an der Vereinbarung zur Benennung von Industrieparks beteiligt ist. Dies signalisiert, dass das Wachstum abseits der Großstädte und Universitäten stattfinden soll.
Ich lege hier meinen Kopf auf den Block und versuche, die fünf Gewinner zu benennen. Und erwähne ein paar Joker - nennen Sie es eine halbe Absicherung.
Kalundborg: Der industrielle Favorit
Pressefoto
Wenn ein Name sicher ist, dann ist es Kalundborg. Novo Nordisk ist das Zentrum eines einzigartigen Industriekonglomerats, das etwas kann, was nur wenige andere Orte in Dänemark können: großflächige Produktion, grüne Energie und internationale Anziehungskraft kombinieren. Es war kein Zufall, dass Wirtschaftsminister Morten Bødskov die erste Pressekonferenz hier abhielt - es war ein Wink mit dem Zaunpfahl. Kalundborg ist nicht nur Favorit, sondern fast eine Selbstverständlichkeit. Es wäre ein wirtschaftspolitisches Eigentor, Dänemarks stärkste industrielle Marke zu übersehen.
Aalborg (Nordjyllandsværket): Power-to-X und regionale Balance
Nordjylland soll einen Platz bekommen. Nicht nur um der Balance willen, sondern weil Aalborg tatsächlich ein starkes Ass hat. Das Gebiet bei Nordjyllandsværket hat Zugang zu Hafen, Fernwärme, grünem Strom und Power-to-X. Mehrere Investoren haben bereits Interesse gezeigt.
Ein Industriepark hier würde der Regierung die Möglichkeit geben, Wachstum mit grüner Energie zu verknüpfen und sicherzustellen, dass die Industriepolitik nicht in ost- und mitteljütländischen Projekten untergeht.
Fredericia (Taulov Dry Port): Logistik und Tempo
Wenn der Staat schnelle Ergebnisse will, ist Fredericia eine naheliegende Wahl. Taulov ist einer der logistischen Knotenpunkte Dänemarks, wo Autobahn, Eisenbahn und Hafen aufeinandertreffen.
Hier muss man nicht auf Bebauungspläne oder Erschließung warten. Der Staat kann mit einem Schlag einen Industriepark im Herzen der dänischen Logistik platzieren. Das Argument für Fredericia ist einfach: Tempo und Volumen.
Lolland (Rødbyhavn): Es gibt 67 Milliarden gute Gründe
Der Plan für den Industriepark in Rødbyhavn
Es wird einen Industriepark mit rotem Teppich nach Rødbyhavn geben. Lolland repräsentiert die Investition, die der Staat bereits mit der Fehmarn-Verbindung getätigt hat. 67 Milliarden (das Budget liegt bei 55 Milliarden 2015-Preisen) werden für Infrastruktur ausgegeben - jetzt muss ein wirtschaftlicher Ertrag geschaffen werden. Der Standort bei Rødbyhavn hat Hafen, Autobahn und grüne Energie. Die Schwäche ist die Arbeitskraft. Die Region fehlt an Fachkräften und Spezialisten. Aber die Fehmarn-Verbindung eröffnet einen neuen Arbeitsmarkt in Norddeutschland. Wenn die Regierung zeigen will, dass die Randgebiete nicht vergessen sind, ist Lolland die naheliegende Wahl. Es ist politisch sehr schwer zu übersehen.
Skive (GreenLab): Die Energiemodell der Zukunft
GreenLab Skive ist vielleicht der visionärste Vorschlag. Hier werden Wind und Sonne direkt mit Unternehmen verbunden. Es wird an Sektorkopplung, Kreislaufwirtschaft und grüner Produktion im großen Maßstab gearbeitet.
Für die Regierung ist Skive die Möglichkeit, der Welt zu zeigen, dass Dänemark nicht nur über den grünen Wandel spricht - wir experimentieren damit. GreenLab ist nicht nur ein Gewerbegebiet. Es ist ein internationales Leuchtturmprojekt, das sowohl Investitionen als auch Aufmerksamkeit anziehen kann.
Joker 1: Grenzregion - Zugang zu Arbeitskräften und EU-Markt
Wenn die Regierung Dänemarks größte wirtschaftspolitische Herausforderung - den Mangel an Arbeitskräften - angehen will, liegt die Antwort vielleicht im Grenzland. Aabenraa (Padborg/Kassø) und Tønder (Bredebro) bieten Industrieparks an, die auf den deutschen Arbeitsmarkt direkt südlich der Grenze zugreifen können.
Hier ist der Gewinn doppelt: dänische Unternehmen können qualifizierte Arbeitskräfte grenzüberschreitend rekrutieren, und die Industrieparks werden direkt in der Energiekorridor der EU platziert. Politisch würde ein Grenzpark auch ein Signal senden, dass ausländische Arbeitskräfte kein notwendiges Übel sind, sondern ein aktiver Teil der Wachstumsstrategie Dänemarks.
Joker 2: Vordingborg/Næstved - Femerns Hinterland
Lolland ist Favorit, aber Vordingborg und Næstved haben ein Argument, das schwer zu übersehen ist: Tappernøje/Bårse liegt an der Autobahn, an der Eisenbahn und in der Nähe der Femern-Verbindung. Wenn der Staat 55 Milliarden in einen Tunnel investiert hat, warum dann nicht die Entwicklung im gesamten südseeländischen Hinterland unterstützen?
Gleichzeitig hat Vordingborg/Næstved einen Vorteil, mit dem Lolland zu kämpfen hat: Zugang zu einem größeren Arbeitsmarkt. Die Pendlerentfernung zur Hauptstadtregion ist kürzer, und damit ist der Zugang zu den Fachkräften und Spezialisten, nach denen die Industrie schreit, einfacher. Ein Park hier kann die pragmatische Alternative der Regierung sein, wenn Rødbyhavn als zu verwundbar eingeschätzt wird.
Joker 3: Odense/Lindø - fynisches Volumen und Export
Fyn ist unter den fünf offensichtlichen Favoriten abwesend, aber der Odense/Lindø Industriepark kann dieses Bild ändern. Hier steht ein Gewerbegebiet bereits bereit mit Vestas, Fayard und einem starken Offshore- und Robotik-Cluster. Es gibt einen Hafen, Infrastruktur und Platz für Erweiterungen.
Der Vorteil von Lindø ist, dass der Staat einen Industriepark erhält, der ab dem ersten Tag liefern kann. Es handelt sich nicht um Visionen auf dem Reißbrett, sondern um eine bestehende Industriebasis, die ausgebaut werden kann. Wenn die Regierung zeigen will, dass das ganze Land - auch Fyn - dabei ist, ist Lindø ein offensichtlicher Joker.
Joker 4: Esbjerg - Energiemetropole mit Wasserstoff und Offshore
Das Argument für Esbjerg ist offensichtlich: Wenn der Staat bestehende Stärke und Export belohnen will, gibt es keine stärkere Karte. Aber gerade die Stärke kann auch die Schwäche sein - denn vielleicht will die Regierung die Industrieparks lieber nutzen, um Gebiete zu fördern, die mehr Unterstützung benötigen. Deshalb ist Esbjerg der klassische Joker: stark genug, um hineinzukommen - aber vielleicht zu stark in sich selbst.