Der Zeitpunkt für das Absenken des ersten Tunnelelements ist auf Mitte Mai festgelegt. Dies geht aus einem internen Zeitplan hervor, den Sund & Bælt an die deutschen Behörden in Schleswig-Holstein geschickt hat und in den FemernBusiness Einsicht erhalten hat.
Im Januar gab Sund & Bælt bekannt, dass das Absenken im Frühjahr 2026 erfolgen wird. Doch in einem Zeitplan, der wenige Wochen später an die deutschen Behörden geschickt wurde, mit Stand vom 2. Februar, ist das erste Absenken auf Mitte Mai gelegt.
Damit liegt der Startzeitpunkt im letzten Teil des Frühlings, auf den Sund & Bælt selbst hingewiesen hat.
Dies geschieht nach einem Verlauf, in dem der Zeitplan mehrmals verschoben wurde.
Das Absenken des ersten Tunnelelements ist mehr als zwei Jahre verzögert und entscheidend für den gesamten Bau des 18 Kilometer langen Absenktunnels zwischen Rødbyhavn und Puttgarden. Die ursprünglichen Pläne zeigten, dass die Arbeiten Anfang Januar 2024 beginnen sollten. Seitdem wurde der Zeitpunkt auf 2025 festgelegt.
Noch am 4. Dezember 2025 war die Erwartung, dass das erste Tunnelelement im Februar 2026 abgesenkt werden sollte.
Fehlende Genehmigung
Der Plan fiel kurz darauf weg, weil das Absenkfahrzeug Ivy sein vorläufiges Fahrtzertifikat entzogen bekam und von den Behörden zurückgehalten wurde. Damit verschwand die Voraussetzung, um die Arbeiten wie geplant zu beginnen.
Der Fortschritt hängt von einer Reihe von Bedingungen ab, die noch nicht erfüllt sind. Eine der entscheidendsten ist genau Ivy. Das Schiff wurde speziell für das Femern-Projekt gebaut und soll die enormen Tunnelelemente transportieren und stabilisieren, während sie abgesenkt und mit hoher Präzision auf dem Meeresboden platziert werden. Ohne ein zugelassenes Schiff kann die Arbeit nicht durchgeführt werden.
Das Schiff befindet sich weiterhin in der Testphase und es fehlt noch die endgültige Genehmigung. Ivy wurde jedoch gründlich im Arbeitshafen in Rødbyhavn getestet, und es sollte bald eine endgültige Genehmigung geben.
Der Streit um den Tunnelgraben
Gleichzeitig besteht weiterhin Unsicherheit über den Tunnelgraben, in den die Elemente platziert werden sollen.
Der Graben wurde entlang der zukünftigen Tunnelstrecke ausgehoben und dient als Fundament für die gesamte Konstruktion. Bevor die Arbeit beginnen kann, muss er eine Reihe von Anforderungen in Bezug auf Tiefe und Ebenheit erfüllen.
Interne Bewertungen haben gezeigt, dass der Graben in seiner jetzigen Form nicht genehmigt werden kann und weitere Anpassungen erfordert. Die Arbeit am Graben war gleichzeitig Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten zwischen Bauherr und Auftragnehmer, die unterschiedliche Bewertungen der Qualität und der Datenbasis hatten. Der aktuelle Status ist, dass man daran arbeitet, die ersten 650 Meter fertigzustellen.
Strenge Umweltanforderungen
Abgesehen von den technischen Aspekten unterliegt die Arbeit auch einer Reihe von Umweltanforderungen von deutscher Seite.
Der Fehmarnbelt ist ein geschütztes Meeresgebiet, und es gibt festgelegte Grenzen dafür, wie viel Lärm die Arbeit unter Wasser verursachen darf.
Vom 1. Juni bis zum 30. September gelten die restriktivsten Bedingungen. In diesem Zeitraum darf nur ein sehr kleiner Teil des Gebiets von starkem Lärm betroffen sein, was die Arbeit erheblich einschränken kann. Gleichzeitig gilt das ganze Jahr über eine Grenze dafür, wie groß ein Teil des Belts betroffen sein darf.
Laut den ursprünglichen Zeitplänen dauert das Absenken der 89 Tunnelelemente mindestens drei Jahre. Danach folgen weitere zwei Jahre Installation und Tests, bevor der Tunnel eröffnet werden kann.
Die Arbeit findet somit in einem engen Zeitfenster statt. Die Lärmgrenzen bedeuten, dass selbst kleinere Überschreitungen zu einem Stopp führen können, und das Wetter im Fehmarnbelt kann gleichzeitig verhindern, dass Absenkoperationen wie geplant durchgeführt werden.