Der grüne Wandel ist nicht mehr ein separates klimapolitisches Thema. Er ist Teil des wirtschaftlichen Wettbewerbs um Investitionen, Arbeitsplätze und neue Industriekonzentrationen geworden. Gemeinden mit Zugang zu großen Mengen grüner Energie stehen stärker da, wenn Kapital und Unternehmen ihren Standort wählen. Diese Logik hat seit mehreren Jahren zugunsten von Lolland gewirkt. Die Gemeinde hatte eine seltene Stärke als Energiegemeinde, und grüne Energie war ein konkreter Anziehungspunkt in der Arbeit, neue, energieintensive Investitionen anzuziehen. Diese Position steht nun mit neuen politischen Signalen und einer Konstituierung in der Gemeinde Lolland auf dem Spiel, die gerade auf dem Widerstand gegen den grünen Wandel basiert.
Was passiert ist, ist an sich einfach. European Energy hatte drei große Solarparks in Bearbeitung bei Tryghuse, Torpevej und Holeby. Die Projekte stießen auf wachsenden lokalen Widerstand mit Argumenten über Landschaft, Natur, Nachbarn und Boden. Der Widerstand war politisch effektiv, und nach der Kommunalwahl formierte sich eine Mehrheit im Stadtrat gegen die Parks. Das bedeutet, dass die drei konkreten Anlagen nun aufgegeben werden. In der Praxis ist es der lokale Widerstand, der den kommunalen Teil des Projekts gekippt hat, und das ist entscheidend, weil die Solaranlagen kein isoliertes VE-Projekt waren. Sie wurden von European Energy als Strombasis für die geplante Power-to-X-Anlage desselben Unternehmens in Nakskov entwickelt.
Ein fast sicheres Lebewohl
Power-to-X ist der Teil der grünen Industrie, in dem Strom zu neuen Brennstoffen und chemischen Produkten wird, die einfach erklärt grüner Brennstoff sind. Das ist es, was PtX-Anlagen begehrt macht. Sie wandeln lokalen grünen Strom in ein Produkt um, das global verkauft werden kann. Aber die gesamte Geschäftsidee hängt daher von einem stabilen Zugang zu erneuerbarer Energie in der Nähe der Anlage ab.
Damit sind Nein und Konsequenz untrennbar miteinander verbunden. Wenn die Solarparks von European Energy wegfallen, entfällt auch der Energieplan, auf dem das Power-to-X-Projekt aufgebaut werden sollte. Eine Investition in dieser Größenordnung kann nicht ohne sicheren, lokalen und langfristigen Zugang zu grünem Strom im industriellen Maßstab realisiert werden. Es ist daher vernünftig zu schließen, dass die Power-to-X-Anlage in Nakskov ebenfalls wegfällt, wenn die Stromgrundlage politisch entfernt wird.
Rambøll hat es berechnet
Rambøll veröffentlichte letzte Woche eine nationale Analyse des gesellschaftlichen Wertes erneuerbarer Energien. Hier dokumentieren sie den Wert, dass VE-Projekte in mehreren Schichten entstehen, die sich typischerweise im Laufe der Zeit gegenseitig verstärken.
Die erste Schicht sind die direkten Effekte. Große Anlagen bringen große Investitionen, viele Arbeitsjahre in der Bauphase und anschließenden Betrieb. Rambøll berechnet, dass 1 Gigawatt Solarenergie etwa 900 Mio. DKK an Wertschöpfung und bis zu 1.800 Arbeitsjahre in Bau und Betrieb schafft. Die drei Parks auf Lolland entsprechen zusammen etwa 2 Gigawatt. Wenn sie wegfallen, verschwinden Milliardenwerte und Tausende von Arbeitsjahren aus der Entwicklungsspur der Gemeinde.
Die zweite Schicht sind die indirekten Effekte. EE-Projekte treiben lokale Wertschöpfungsketten an. Unternehmer, Installateure, Berater, Transport, Häfen und Dienstleistungsgewerbe erhalten Aufträge sowohl während des Baus als auch im Betrieb.
Die dritte Schicht kann man als abgeleitete Verbrauchseffekte bezeichnen. Wenn mehr Arbeitsplätze und mehr Aktivität entstehen, geben die Menschen lokal mehr Geld aus. Das führt zu zusätzlichem Umsatz in Geschäften, Restaurants und anderen Dienstleistungsbranchen. Es ist kein separater Branchengewinn, sondern eine natürliche Folge davon, dass große Projekte die Beschäftigung steigern.
Die vierte Schicht sind die strukturellen Effekte. Rambøll weist darauf hin, dass Kommunen mit großer EE-Kapazität im Laufe der Zeit Wirtschaftskluster aufbauen und neue energieintensive Unternehmen, technische Kompetenzen und spezialisierte Arbeitsplätze anziehen. Hier kann eine Gemeinde mit geringer Steuerkraft ihren wirtschaftlichen Kurs ändern. Lolland gehört zu den Energiegemeinden, die Rambøll als Schlüssel in der nationalen Erweiterung hervorhebt, gerade weil die Gemeinde bereits große Mengen grünen Strom produziert und Platz für mehr hat.
Risiko bei der Wahl von Lolland
Wenn die Solaranlagen nun gestrichen werden, trifft es daher sowohl kurzfristig als auch langfristig. Kurzfristig verlieren lokale Unternehmen Bauaufträge und die Folgeaufträge, die normalerweise in großen Energieprojekten anfallen. Mittelfristig verliert die Region eine wesentliche Grundlage für eine grüne Lieferkette im gesamten Gebiet. Langfristig wird die Möglichkeit geschwächt, das industrielle Cluster aufzubauen, das um Power-to-X herum gedacht war, da es erst entsteht, wenn das Energiefundament etabliert ist. Gleichzeitig sendet die Entscheidung ein Signal an Investoren, dass große EE-Projekte auf Lolland auf politische Hindernisse stoßen können. In einem Sektor, in dem das Kapital mobil ist, erhöht dies das Risiko, Lolland in Zukunft zu wählen.
Das Power-to-X-Anlage war als eine Investition von 2 bis 3 Milliarden Kronen geplant. Wenn die drei Solaranlagen wegfallen, entfällt auch die Grundlage für diese Investition. Lolland verliert damit nicht nur drei Solaranlagen, sondern eine gesamte grüne Industriemöglichkeit, die Arbeitsplätze, Zulieferer und dauerhaftes Wirtschaftswachstum in die Gemeinde hätte bringen können.