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Aarsleff: Steigendes Femern-Risiko

Aarsleff bewertet in seinem Jahresabschluss das Risiko im Femern-Konsortium höher als im letzten Jahr und weist auf ungeklärte Punkte aufgrund von Bedingungen in der deutschen Umweltgenehmigung hin.

Aarsleff ist das einzige dänische Unternehmen im FLC-Konsortium. Foto: Aarsleff
Veröffentlicht

Per Aarsleff Holding, Dänemarks größter Baukonzern, hebt in seinem neuen Bericht die Risikobewertung der Fehmarn-Verbindung an. Im Abschnitt über wesentliche finanzielle Risiken schreibt Aarsleff, dass das Joint-Venture-Risiko im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, da es mehrere ungeklärte Punkte gibt, unter anderem aufgrund der Auswirkungen der Bedingungen in der deutschen Umweltgenehmigung für das Fehmarnbelt-Projekt.

Das Joint-Venture-Risiko betrifft große Projekte, bei denen mehrere Bauunternehmer die Aufgabe gemeinsam in einem Konsortium lösen. Der Vorteil besteht darin, dass man die Aufgabe teilen und Kompetenzen bündeln kann, aber das Risiko ist auch gemeinsam, wenn es zu Meinungsverschiedenheiten über Zeit, Wirtschaftlichkeit oder Voraussetzungen kommt oder wenn ein Partner nicht wie geplant liefern kann.

Aarsleff ist Teil des Konsortiums Femern Link Contractors, FLC, das die zentralen Teile der Fehmarn-Verbindung für den Bauherrn Femern A/S baut, ein staatliches Unternehmen unter Sund & Bælt. Aarsleff beteiligt sich unter anderem an dem Teil des Konsortiums, der an Portal- und Landanlagen arbeitet, also dem Übergang zwischen Land und Tunnel.

Deutsche Umweltbedingungen drücken das Tempo

Aarsleff erläutert im Bericht nicht, welche konkreten Punkte ungeklärt sind. Aber im Projekt sind die deutschen behördlichen Bedingungen seit längerem ein zentraler Streitpunkt, da die Bedingungen die Arbeit auf See einschränken können und somit sowohl den Fortschritt als auch die Wirtschaftlichkeit beeinflussen.

Die deutschen Umweltanforderungen beinhalten unter anderem Lärmgrenzen für die Arbeiten in und um Natura 2000-Gebiete. Der Lärm wird überwacht, und wenn die Grenzen überschritten werden, müssen die Arbeiten möglicherweise geändert oder gestoppt werden. In bestimmten Gebieten gibt es in Teilen des Jahres eine sogenannte No-Spill-Anforderung, was bedeutet, dass Material aus der Meeresarbeit nicht verstreut werden darf, sondern gesammelt werden muss. Insgesamt können solche Anforderungen die Arbeit zeitaufwändiger und weniger flexibel machen als die ursprüngliche Planung.

Forderung von 14,5 Mrd. kr.

Die erhöhte Risikobewertung in Aarsleffs Bericht fällt mit dem anhaltenden Konflikt zwischen FLC und dem Bauherrn Femern A/S über Wirtschaftlichkeit und Voraussetzungen zusammen. FLC hat eine Forderung von 1,95 Mrd. Euro, entsprechend 14,5 Mrd. kr., an Mehrkosten erhoben. Der Kern der Forderung ist, dass das Konsortium der Ansicht ist, dass Bedingungen und Einschränkungen, einschließlich der deutschen Umweltanforderungen, die praktischen Voraussetzungen für die Arbeit in einem Ausmaß verändern, das bei Vertragsabschluss nicht bekannt war. Und damit eine Verzögerung und eine Forderung nach Mehrzahlung verursacht.

Obwohl Aarsleff das Risiko im Konsortium also höher einschätzt als im letzten Jahr, weist das Unternehmen gleichzeitig auf einen möglichen nächsten Schritt im projektkritischen Prozess hin. Licitationen schreibt, dass Aarsleffs CEO Jesper Kristian Jacobsen im Zusammenhang mit der Vorlage des Berichts sagte, dass das Unternehmen erwartet, Anfang 2026 mit der Absenkung der Tunnelelemente zu beginnen. Das ist zwei Jahre nach Plan.

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