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Andel investiert groß trotz Milliardenverlust

Der Energiekonzern Andel setzt die grüne Umstellung mit erhöhten Investitionen fort, trotz eines Verlusts von 1,1 Milliarden Kronen im Jahr 2024.

Geschäftsführer Jesper Hjulmand
Veröffentlicht

Der genossenschaftliche Energiekonzern Andel, der unter anderem hinter Cerius, Clever und Energi Danmark steht, schloss das Jahr 2024 mit einem Defizit von 1,1 Milliarden Kronen ab. Dies geht aus dem soeben veröffentlichten Jahresbericht des Konzerns hervor. Es ist das zweite Jahr in Folge, dass Andel rote Zahlen schreibt. Im Jahr 2023 betrug das Defizit 5,5 Milliarden Kronen.

Laut Geschäftsführer Jesper Hjulmand ist das Defizit vor allem auf große Verluste bei der Beteiligung des Unternehmens an Ørsted zurückzuführen. Allein die fallenden Ørsted-Aktien verursachten bei Andel 2024 einen nicht realisierten Verlust von über 1 Milliarde Kronen. Gleichzeitig drückten niedrigere Strompreise und eine geringere Produktion aus eigenen Wind- und Solarparks das Ergebnis. In einem Interview mit Børsen beschreibt Hjulmand das Ergebnis als "unter den Umständen zufriedenstellend" und betont, dass Andel den Kurs auf die grüne Umstellung hält.

Trotz des Defizits erhöhte Andel seine Investitionen im Jahr 2024 erheblich. Laut Jahresbericht investierte der Konzern 4,8 Milliarden Kronen - 39 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Geld wurde vor allem für den Ausbau des Stromnetzes in Ost-Dänemark, die Installation neuer Ladestationen für Elektroautos über Clever und die Errichtung neuer Solarparks und Power-to-X-Anlagen verwendet. Andel bereitet sich zudem darauf vor, das Investitionsniveau 2025 weiter zu erhöhen, wobei die Investitionen voraussichtlich 5,3 Milliarden Kronen erreichen werden.

Status des Solarparks bei Grænge

Andel ist dabei, einen großen Solarpark bei Grænge auf Lolland zu errichten, aber der Bau wurde von Herausforderungen getroffen. Ursprünglich wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit Better Energy entwickelt, aber die Zusammenarbeit geriet unter Druck, als Teile der Better Energy-Gruppe im Dezember 2024 unter Rekonstruktion gestellt wurden und zwei Unternehmen der Gruppe seitdem in Konkurs gingen. Andel arbeitet nun allein daran, den Park fertigzustellen, der zusammen mit drei anderen Solarprojekten durch das gemeinsame Unternehmen Better Energy Andel P/S geplant war. Laut Andels Jahresbericht wird erwartet, dass der Park bei Grænge immer noch im Laufe von 2025 oder 2026 fertiggestellt wird, aber die Arbeiten gehen mit Verzögerungen und unter neuen Voraussetzungen weiter.

Ørsted ist eine teure Bekanntschaft

Das Eigentum an Ørsted spielt eine zentrale Rolle in Andels Wirtschaft. Andel besitzt etwa 5 Prozent von Ørsted und hat seit dem Börsengang im Jahr 2016 über 10 Milliarden Kronen an Gewinnen und Dividenden erzielt. Aber im Jahr 2024 entwickelte sich der Aktienanteil negativ, was erheblich zum Jahresverlust beitrug. Andel erhielt auch keine Dividendenzahlung von Ørsted im letzten Jahr, was eine deutliche Änderung im Vergleich zu früheren Jahren darstellt.

Gleichzeitig setzte Andel die Gewinnung neuer Kunden fort. Ende 2024 hatte der Konzern 3,2 Millionen Kunden und Kundenbeziehungen, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Das Wachstum wurde insbesondere durch mehr Anschlüsse an das Glasfasernetz und Ladelösungen für Elektroautos angetrieben. Auch der Stromverbrauch privater Kunden stieg, was das Stromnetz belastet und erhöhte Investitionen erfordert.

Obwohl Andel sich in einem wirtschaftlich herausfordernden Fahrwasser befindet, meldet sich der Konzern bereit, den Kampf für eine grünere Zukunft fortzusetzen. "Der grüne Wandel wird nicht einfacher. Aber wir haben den Mut, Verantwortung zu übernehmen," heißt es von Jesper Hjulmand im Vorwort des Jahresberichts.

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