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Arbeitskräftemangel bedroht grüne Initiative auf Lolland

Eine Analyse von fünf geplanten Energieanlagen auf Lolland zeigt ein großes Arbeitsplatzpotenzial - aber keine Garantie dafür, dass qualifizierte Arbeitskräfte beschafft werden können.

Fünf große Energieprojekte können 3.810 Jahresarbeitsplätze auf Lolland schaffen.
Veröffentlicht Geändert

Fünf große Energieprojekte können Tausende von Arbeitsplätzen auf Lolland schaffen. Aber selbst wenn die Pläne umgesetzt werden, ist es keineswegs sicher, dass es genug Leute gibt, um sie zu bauen und zu betreiben. Das zeigt eine Analyse von Rambøll.

Es ist das Energieunternehmen European Energy, das drei Solaranlagen, ein Windkraftprojekt und eine Power-to-X-Anlage in der Gemeinde Lolland plant. Die Projekte - Solarpark Rødby Fjord, Solarpark Lidsø, Solarpark Arninge, Windpark Rødby und eine PtX-Anlage bei Rødby - sind in der Analyse von Rambøll als ein gemeinsames Szenario berücksichtigt.

Zusammen werden die Projekte voraussichtlich 3.810 Jahresarbeitsplätze schaffen - hauptsächlich in der Bauphase, aber auch eine kleinere Gruppe dauerhafter Stellen im Betrieb. Aber die große Frage ist, ob es genügend Arbeitskräfte mit den richtigen Qualifikationen gibt - unabhängig davon, ob sie heute in der Region leben oder nicht.

Engpässe behindern

Laut Rambøll gibt es bereits heute eine hohe erfolglose Rekrutierung in Branchen wie Bau, Technik, Elektro, Sanitär und Industrie. Das gilt sowohl lokal als auch im Rest der Region Sjælland. Daher können schnell Engpässe entstehen - und das Risiko, dass die Projekte teurer, verzögert oder von ausländischen Arbeitskräften abhängig werden.

Fünf Energieprojekte auf Lolland

Wer steht dahinter? Das Energieunternehmen European Energy.

Was ist geplant? Drei große Solaranlagen: Solarpark Rødby Fjord, Solarpark Lidsø, Solarpark Arninge. Ein Landwindkraftprojekt: Windpark Rødby. Eine Power-to-X-Anlage bei Rødby

Gesamte Beschäftigungseffekt: Insgesamt 3.810 Jahresarbeitsplätze - 3.630 in der Bauphase - 180 im Betrieb

Arbeitskräftebedarf: Sowohl Fachkräfte als auch ungelernte Arbeitskräfte. Techniker, Monteure, Elektriker, Installateure usw. - Auch Bedarf an hochqualifizierten Kräften im Betrieb und in der Verwaltung

Herausforderung laut Rambøll: - Großer Mangel an qualifizierten Arbeitskräften - Hohe erfolglose Rekrutierung in der Region Sjælland - Risiko von Engpässen und Abhängigkeit von internationaler Arbeitskraft

Die Bauphase macht 3.630 der gesamten Jahresarbeitsplätze aus. Rambøll schätzt, dass etwa 10 Prozent der benötigten Arbeitskräfte im lokalen Bereich mobilisiert werden können, basierend auf Erfahrungen aus ähnlichen Projekten. Der Rest muss anderswoher kommen - und das erfordert aktives Engagement und Planung.

In der Betriebsphase werden zwei Szenarien aufgestellt. Im einen werden 75 Prozent der 155 Jahreswerke mit Arbeitskräften aus der Umgebung abgedeckt. Im anderen erreicht man 90 Prozent. In beiden Fällen hängt es jedoch davon ab, dass die Kompetenzen vorhanden sind - und dass die Menschen bereit sind, in die Region zu ziehen oder zu pendeln.

Angebot schafft Nachfrage

Bei European Energy ist man sich der Herausforderung bewusst.

- Mit den großen Ambitionen in den Bereichen Infrastruktur, grüne Umstellung und Tourismus wird es eine große Nachfrage nach Arbeitskräften auf Lolland geben, sagt Thomas Beck Sørensen, Kommunikationsdirektor bei European Energy.

Er weist darauf hin, dass sowohl Fachkräfte als auch ungelernte Arbeitskräfte - und sowohl hoch- als auch niedrigqualifizierte - notwendig sein werden, um die Pläne zu realisieren.

- Anstatt weiterhin zu diskutieren, ob das Huhn oder das Ei zuerst da war, tragen wir gerne dazu bei, ein Beschäftigungsangebot auf Lolland zu stimulieren. Wir glauben nämlich, dass ein Angebot auch dazu beitragen wird, eine Nachfrage zu schaffen, sagt er.

Gleichzeitig erklärt das Unternehmen, dass es offen für Zusammenarbeit ist.

- Darüber hinaus nehmen wir natürlich gerne an einer Zusammenarbeit mit Business Lolland-Falster und der Gemeinde Lolland über Initiativen teil, die mehr Arbeitskräfte anziehen können, sagt Thomas Beck Sørensen.

BLF: Wir müssen erfolgreich sein

Auch bei Business Lolland-Falster lautet die Botschaft, dass es möglich ist - wenn man gemeinsam an einem Strang zieht.

- Der Rambøll-Bericht zeigt, dass sowohl in der Bau- als auch in der Betriebsphase viele Arbeitsplätze geschaffen werden, und wir sind überzeugt, dass wir in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und European Energy erfolgreich sein können, die Arbeitskräfte zu finden, sagt Direktor Mikkel Wesselhoff.

Er verweist unter anderem auf Erfahrungen mit internationaler Rekrutierung und Anziehung aus anderen Landesteilen. Gleichzeitig erwähnt er, dass 5.000 Bürger täglich aus der Region pendeln - eine mögliche Ressource.

- Wir haben mehrere tausend Mitarbeiter für das Femern-Projekt und andere Industrieunternehmen auf Lolland-Falster angezogen. Lokale Unternehmen sind gut für große Projekte gerüstet, und wir erwarten, dass sie in der Bauphase eine große Rolle spielen werden, sagt er.

Business Lolland-Falster unterstützt die Empfehlung von Rambøll zur engen Zusammenarbeit - und betont, dass diese bereits im Gange ist.

Keines der Projekte ist bisher genehmigt. Rambøll bewertet sie als technisch und wirtschaftlich innerhalb weniger Jahre durchführbar - macht jedoch gleichzeitig deutlich, dass der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften die größte Herausforderung sein könnte.

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