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Das Stromnetz auf Lolland-Falster und Südseeland wird um mehrere Jahre verzögert

Das Budget hat sich auf 1,163 Milliarden Kronen mehr als verdoppelt, und zwei zentrale Upgrades des Hochspannungsnetzes werden auf 2028 und 2029 verschoben.

Archivfoto: Energinet
Veröffentlicht

Es sollte einer der großen Schritte in Richtung eines stärkeren und grüneren Stromnetzes auf Lolland-Falster und Südseeland sein. Eine Aufrüstung des Hochspannungsnetzes, die sicherstellen sollte, dass sowohl neue Solar- und Windparks, Batterienanlagen als auch Unternehmen Strom in das System einspeisen und entnehmen können, wenn sie ihn benötigen. Doch nun ist das Projekt nicht nur deutlich teurer geworden. Es wurde auch um mehrere Jahre in die Zukunft verschoben.

Das Projekt von Energinet für die Region, 132 kV Lolland und Südseeland Phase 3+4, soll nun 1.163 Millionen Kronen kosten. Als das Projekt 2022 genehmigt wurde, betrug das Preisschild 494 Millionen. Das ist ein Anstieg um 669 Millionen Kronen. Gleichzeitig hat sich der Zeitplan erheblich verschoben: Der Abschnitt Orehoved-Vordingborg Nord wird erst im Juni 2028 fertiggestellt, und die Verbindung Nørre Radsted-Rødby wird von Mai 2026 auf Dezember 2029 verschoben.

Energieminister Lars Aagaard hat in einer Mitteilung an den Klima-, Energie- und Versorgungsausschuss des Folketing die von Energinet vorgeschlagenen Änderungen des Projekts genehmigt. Damit sind der neue Preis und der Zeitplan politisch festgelegt.

Mehrere Faktoren spielen eine Rolle

Die beiden neuen Anschlüsse sind das Rückgrat der Aufrüstung, die das Hochspannungsnetz in Südseeland und Lolland-Falster in die Lage versetzen soll, weit mehr Strom als heute zu tragen. Der Abschnitt Orehoved-Vordingborg Nord soll die Verbindung zwischen Lolland-Falster und dem übergeordneten seeländischen Netz stärken, sodass Strom von neuen Solar- und Windparks auf den Inseln aus dem Gebiet abtransportiert und zu den großen Verbrauchszentren weitergeleitet werden kann. Der Abschnitt Nørre Radsted-Rødby soll hingegen insbesondere die Kapazität intern auf Lolland-Falster erhöhen. Er soll es ermöglichen, neue Energieprojekte und große Stromverbraucher anzuschließen. Ohne diese Verbindung gibt es zu wenige „Plätze“ im Netz, um Strom auszuspeisen oder einzuspeisen, und daher ist gerade dieser Anschluss entscheidend dafür, dass neue grüne Anlagen und Unternehmen ohne Einschränkungen angeschlossen werden können.

Die erklärung für den zusammenbruch des zeitplans ist laut minister in erster linie die geänderte praxis der behörden bei umweltbewertungen. Energinet hatte ursprünglich einen plan erstellt, der darauf basierte, dass umweltscreenings der einzelnen kabelstrecken ausreichen würden. Nach langer bearbeitungszeit wurden stattdessen vollständige umweltverträglichkeitsprüfungen gefordert. Dies hat zu einem umfangreicheren prozess mit zusätzlichen untersuchungen und anhörungen geführt und damit zu mehreren jahren verzögerung. Energinet schätzt gleichzeitig, dass es keine abhilfemaßnahmen gibt, die die verlorene zeit wieder einholen können. Der neue zeitplan ist daher endgültig.

Ärgerliche entwicklung

Auf der preisseite weist der minister auf zwei faktoren hin, die zusammen die verdopplung erklären. Einerseits ist der markt deutlich teurer geworden. Kabel, transformatoren und grabungsaufträge kosten wesentlich mehr als 2022, und wenn die bauzeit verlängert wird, steigen die ausgaben für bauzinsen entsprechend. Andererseits ist das projekt im umfang gewachsen, um einen größeren zukünftigen strombedarf in der region bewältigen zu können.

- Ich finde es zutiefst bedauerlich. Die verzögerung trifft die grüne umstellung, die wir sonst gut vorantreiben, und es ist wirklich ärgerlich für die region, sagt die sprecherin für ländliche gebiete und wirtschaft der moderaten partei, Charlotte Bagge.

- Dass es teurer wird, lässt sich wohl nicht vermeiden, aber die Verzögerung ärgert mich, und wir müssen sehen, ob wir etwas an den Bearbeitungszeiten ändern können, sagt sie.

Die technischen Änderungen sind besonders bei Orehoved sichtbar. Hier gibt Energinet auf, die bestehende 132-kV-Station zu erweitern, da ein 400-kV-Kontek-Kabel unter der Station liegt. Eine Erweiterung wird als zu riskant eingeschätzt, mit der Möglichkeit, das Kabel zu beschädigen und langwierige Reparaturen zu verursachen. Stattdessen wird eine neue, erweiterte Station an einem neuen Standort gebaut. Die Station wird größer und zukunftssicherer dimensioniert, und ein neuer Transformator wird gekauft, da der alte sich dem Ende seiner Lebensdauer nähert.

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