Dänemark kann einen volkswirtschaftlichen Gewinn von bis zu 55 Milliarden Kronen erzielen, wenn alle Gasheizungen des Landes durch elektrische Heizungen ersetzt werden. Das zeigt ein neuer Bericht von Deloitte Economics, erstellt für das Energieunternehmen Andel.
Die Analyse zeigt, dass eine vollständige Ausphasung von Gasheizungen in privaten Haushalten bis 2035 nicht nur die CO₂-Emissionen reduzieren, sondern auch einen gesamten wirtschaftlichen Gewinn von 49,5 bis 55,7 Milliarden Kronen bringen wird. Dies umfasst niedrigere Energiekosten, weniger Luftverschmutzung und steigende Immobilienwerte infolge von Energieverbesserungen. Wenn die Ausphasung im Vergleich zum aktuellen Tempo der Energistyrelsen beschleunigt wird, wird der zusätzliche Gewinn auf 6,4 Milliarden Kronen geschätzt.
Der Gewinn ist vor allem auf die höhere Effizienz von elektrischen Lösungen zurückzuführen. Laut Deloitte sind Wärmepumpen drei- bis viermal energieeffizienter als Gasheizungen, was deutlich niedrigere Betriebskosten für die Haushalte bedeutet. Gleichzeitig wird der Übergang zu Strom den Bedarf an Biogas reduzieren, das stattdessen in der Industrie verwendet werden kann, wo die Alternativen weniger und teurer sind.
Große regionale Unterschiede
Der Bericht zeigt, dass Dänemark weit davon entfernt ist, das Ziel zu erreichen. Im Jahr 2023 wurden 13 Prozent der dänischen Haushalte noch mit Erdgas beheizt, was etwa 350.000 Haushalten entspricht. Die regionalen Unterschiede sind groß: In Næstved werden 28 Prozent der Wohnfläche weiterhin mit Gas beheizt, in Faxe 27 Prozent, in Slagelse 25 Prozent und in Sorø ganze 33 Prozent. In Vordingborg liegt der Anteil bei 11 Prozent, während Lolland und Guldborgsund bereits völlig ohne Gasheizungen sind.
Laut Deloitte sind die Unterschiede vor allem darauf zurückzuführen, dass die Fernwärme in einigen Gemeinden gut ausgebaut ist, während andere Gebiete auf individuelle Lösungen angewiesen sind. Hier wären Wärmepumpen die naheliegende Alternative, und die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Elektrifizierung durch Wärmepumpen in der Regel volkswirtschaftlich vorteilhafter ist als Fernwärme, es sei denn, der Anschluss an die Fernwärme erreicht ein sehr hohes Niveau.
Andel: Kann Rückstand verursachen
Neben den wirtschaftlichen Vorteilen weist Deloitte darauf hin, dass ein Ausstieg aus dem Gas auch die Energiesicherheit Dänemarks stärken würde, indem die Abhängigkeit von importiertem Gas verringert und das Risiko von Preisschwankungen reduziert wird.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Dänemark ein großes Potenzial für eine schnellere Elektrifizierung der Gebäudeheizung hat. Selbst in einem Szenario mit einem vollständig grünen Gasnetz wird Strom immer noch als die günstigste Wahl angesehen - sowohl für die Gesellschaft als auch für den einzelnen Hauseigentümer.
Bei Andel, die die Analyse in Auftrag gegeben haben, sieht man die Ergebnisse als ein klares Argument für die Beschleunigung der grünen Umstellung.
- Jeder Tag ohne Entscheidung bedeutet mehr neue Gasheizungen, und das verursacht einen unnötigen Rückstand in der grünen Umstellung, sagt Kommunikationsdirektorin Rikke Trikker.
Sie fordert eine politische Entscheidung über ein Enddatum für den Verkauf von Gasheizungen und eine gezielte Unterstützung für die Hauseigentümer, die den Übergang zur Wärmepumpe nicht selbst finanzieren können.