Das Absenken der ersten Tunnelelemente der Fehmarn-Verbindung ist frühestens für März 2026 geplant. Dies geht aus einem deutschen Bau- und Zeitplan hervor, in den FemernBusiness Einsicht erhalten hat. Der Zeitplan ist Teil der monatlichen Berichterstattung, die Femern A/S an die deutschen Behörden übermittelt, und zeigt die Planung des Bauherrn zum 1. Dezember 2025.
Der Zeitplan betrifft das Absenken der 89 Tunnelelemente, die die eigentliche Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland bilden sollen. Die Fehmarn-Verbindung ist ein 18 Kilometer langer Absenktunnel, der von dem internationalen Baukonsortium Femern Link Contractors für den staatlichen Bauherrn Femern A/S unter Sund und Bælt gebaut wird. Mit einem Gesamtbauvolumen von rund 67 Milliarden DKK ist das Projekt das größte Bauvorhaben in der dänischen Geschichte.
Die Tunnelelemente werden an Land im Arbeitshafen auf Lolland gegossen und anschließend auf den Fehmarnbelt hinausgeschleppt. Dort werden sie in einen ausgehobenen Graben auf dem Meeresboden abgesenkt, wo die Elemente miteinander verbunden werden. Das Absenken ist der kritischste und zeitlich sensibelste Teil des Baus, da der Prozess erfordert, dass mehrere Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sind, darunter, dass der Tunnelgraben bereit ist, Spezialschiffe und Ausrüstung wie geplant operieren können und die notwendigen behördlichen Genehmigungen vorliegen.
Mehr als drei Monate Test
Der deutsche Zeitplan, ein sogenannter Bauzeitenplan, legt den Beginn des Absenkens auf den dritten Monat der Zeitachse für 2026. Da der Plan den Status zum 1. Dezember 2025 angibt, bedeutet dies, dass in der aktuellen Planung mehr als drei Monate von dem Statusdatum bis zum geplanten Beginn des Absenkens liegen.
Ein zentrales Element der Absenkungsarbeiten ist das Spezialfahrzeug Ivy, das speziell für das Femern-Projekt entwickelt wurde. Das Fahrzeug ist noch nicht endgültig genehmigt. Femern A/S hat den Beginn des Absenkens zuvor eng mit der Genehmigung von Ivy verknüpft, aber der Zeitplan zeigt, dass eine Genehmigung an sich keinen sofortigen Fortschritt auslöst. Es ist eine längere Einlaufphase mit Tests, Vorbereitung und Zusammenspiel zwischen Fahrzeugen vorgesehen, bevor die Arbeiten am Meeresboden beginnen können.
Verzögerungen in Milliardenhöhe
Vor dem eigentlichen Absenken zeigt der Zeitplan eine längere Vorbereitungsphase. Diese umfasst unter anderem die Errichtung und Fertigstellung von Ankerpfählen zur Verankerung von Fahrzeugen, Tests und Vorbereitung der Ausrüstung sowie die Vorbereitung und Reinigung des Tunnelgrabens auf dänischer Seite. Erst wenn diese Aktivitäten abgeschlossen sind, kann das Absenken beginnen.
Gleichzeitig gibt es weiterhin Uneinigkeit über die Qualität des Tunnelgrabens. Der Graben wurde von einem anderen Bauunternehmerkonsortium ausgehoben und anschließend an den Bauherrn übergeben. Femern Link Contractors haben jedoch abgelehnt, den Graben zu genehmigen, und weisen auf Fehler und Mängel hin, darunter Unebenheiten und Abweichungen vom Designniveau. Die Frage, ob der Graben den Vertragsanforderungen entspricht, ist weiterhin ungeklärt.
Die Verzögerungen haben bereits erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. Laut dem Baukonsortium können die Kosten für die Verzögerungen in zweistellige Milliardenbeträge laufen, während der Bauherr und der Staat bestreiten, dass die Grundlage für solche Ansprüche dokumentiert ist. Gleichzeitig wird weiterhin verhandelt, wer die Verantwortung für die verschiedenen Engpässe im Projekt trägt.