Deutschland hat nun eine Förderausschreibung für den Import von grünem Wasserstoff in Rohren aus Dänemark eröffnet. Der Fonds beläuft sich auf bis zu 10 Milliarden DKK über zehn Jahre und wird als deutsches nationales Förderfenster unter der EU-Wasserstoffbank eingerichtet. Das bedeutet, dass dänische Produzenten Angebote für Lieferungen an deutsche Industriekunden mit Unterstützung im Rücken abgeben können.
Der Geschäftsführer von Green Power Denmark, Kristian Jensen, nennt die deutsche Initiative einen großen Rückenwind, um eine dänische Wasserstoffindustrie und die Rohrverbindungen, die den Wasserstoff nach Süden bringen sollen, in Gang zu bringen. Laut der Organisation ist die Ausschreibung genau die Art von langfristiger Nachfrage, die es dänischen Projekten erleichtern kann, Investitionsentscheidungen zu treffen.
Die Unterstützung soll für grünen Wasserstoff verwendet werden, der aus Wind- und Solarenergie produziert wird, und an deutsche Unternehmen geliefert werden, die heute schwarzen und grauen Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen nutzen. Die Regelung soll somit sowohl die deutsche Industrie in eine grünere Richtung drängen als auch einen sichereren Markt für die Produktion in Dänemark schaffen.
Wasserstoffrohre sind die Voraussetzung
Der Export ist eng mit den Plänen für ein Wasserstoffrohr von Esbjerg bis zur deutschen Grenze verbunden. Wasserstoff ist teuer, in großen Mengen mit dem Lkw zu transportieren, da er im Verhältnis zum Energiegehalt viel Platz einnimmt. Daher ist der Rohrtransport entscheidend, wenn Dänemark Wasserstoff im industriellen Maßstab nach Deutschland verkaufen will. Mit der deutschen Unterstützung erhält das Rohrprojekt ein neues wirtschaftliches Argument, da die Nachfrage konkreter wird.
Während Deutschland nun versucht, den Markt mit Unterstützung in Gang zu bringen, zeigt die Situation auf Lolland, wie fragil der PtX-Pfad sein kann. Die von European Energy geplante PtX-Anlage bei Stensø südlich des Hafens von Nakskov war um drei große Solarparks als lokale Stromquelle aufgebaut. Nach dem Nein der Gemeinde Lolland zu den Parks bei Tryghuse, Torpevej und Holeby ist das Stromfundament weg, und damit besteht Unsicherheit über das PtX-Projekt.