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Energinet sortiert grüne Projekte: Hier sind die Gewinner und Verlierer

Die neuen Regeln haben große Bedeutung dafür, welche Projekte auf Lolland-Falster und in Südseeland priorisiert werden.

Das Stromnetz wird nicht schnell genug ausgebaut, und das führt zu Problemen.
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Das Stromnetz steht unter massivem Druck. Der grüne Wandel hat eine historisch große Anzahl von Solarparks, Windprojekten, Batterien und neuen Stromverbrauchern in Richtung Energinets Warteschlange für Netzanschlüsse geschickt. Doch die Kapazität im Übertragungsnetz und die Ressourcen für die Bearbeitung können nicht mithalten.

Das Ergebnis sind lange Wartezeiten und Projekte, die sich in der Praxis gegenseitig blockieren. Daher verabschiedet sich Energinet nun vom Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Ab dem 1. Februar 2026 wird ein neues Priorisierungsmodell eingeführt, bei dem grüne Projekte nach Reifegrad und danach sortiert werden, wie gut sie das bestehende Stromnetz nutzen.

Energinet nennt es selbst einen transparenteren und effizienteren Prozess. In der Praxis bedeutet dies, dass nicht mehr alle grünen Projekte gleichermaßen willkommen sind.

Das Stromnetz zwingt Energinet zur Priorisierung

Laut Energinet wächst das Interesse an Netzanschlüssen weiterhin, während das Stromnetz in großen Teilen des Landes unter Druck steht. Projekte sind zahlreicher, größer und komplexer geworden, was eine Warteschlange geschaffen hat, die nicht mehr in rein zeitlicher Reihenfolge bewältigt werden kann.

Das neue Modell soll sicherstellen, dass die Ressourcen für die Projekte verwendet werden, die die größte Wahrscheinlichkeit haben, schnell realisiert zu werden und das Stromnetz am wenigsten belasten. Daher werden sowohl tatsächliche Reifeanforderungen als auch neue Priorisierungskriterien eingeführt.

In Zukunft müssen Netzbetreiber dokumentieren, dass sie über das Projektgebiet verfügen, und sie müssen einen umfassenden und realistischen Zeitplan vorlegen, bevor Energinet mit der Projektprüfung beginnt. Gleichzeitig werden Projekte danach priorisiert, ob sie ohne neue Felder innerhalb bestehender Stationsbereiche angeschlossen werden können und ob sie zu einem besseren Gleichgewicht zwischen Produktion und Verbrauch beitragen.

Hier sind die Gewinner in Südseeland und auf Lolland-Falster

In Südseeland und auf Lolland-Falster hat das Modell besondere Bedeutung, da die Region bereits von einer hohen Stromproduktion aus Sonne und Wind geprägt ist.

Die klaren Gewinner sind Projekte, die das bestehende Netz besser nutzen können. Batterien und Hybridprojekte, die ohne neue Felder an bestehende Solar- und Windanlagen angeschlossen werden können, rücken ganz nach vorne in der Warteschlange. Das Gleiche gilt für Projekte, die innerhalb des Stationsbereichs angeschlossen werden können, ohne dass eine Erweiterung der Station erforderlich ist.

Auch große Stromverbraucher stehen stärker da. Energinet priorisiert Verbrauchsanlagen in produktionsdominierten Gebieten, da der lokale Verbrauch grüne Energie aufnehmen und das Netz entlasten kann. Das bietet bessere Bedingungen für Power-to-X, Rechenzentren und andere energieintensive Industrien in Südostdänemark.

Schließlich werden die reifen Projekte belohnt. Entwickler, die über Flächen, lokale Planung und Zeitpläne verfügen, können weniger reife Projekte überholen, auch wenn sie später angemeldet wurden.

Und hier sind die verlierer

Die verlierer sind in erster linie neue, große solar- und windprojekte in gebieten, in denen bereits viel strom produziert wird. Wenn ein projekt sowohl eine neue station als auch einen neuen lokalplan erfordert, wird es am ende der prioritätenliste platziert und kann sehr lange aussichten haben.

Frühe und spekulative projekte verlieren ebenfalls an boden. Ohne dokumentation der flächenrechte und einen durchdachten zeitplan kommen die projekte nicht mehr so weiter wie zuvor.

Gleichzeitig können kommunen mit langsamen planungsprozessen indirekte verlierer werden. Die arbeit an lokalplänen ist ein kriterium, das projekte voranbringen kann. Projekte ohne politischen und planerischen fortschritt riskieren daher, überholt zu werden.

Eine neue grüne sortierung

Das neue modell von Energinet löst nicht von selbst den mangel an kapazität im stromnetz. Aber es ändert grundlegend, wer zuerst kommen darf.

In Südseeland und auf Lolland-Falster bedeutet das, dass sich die grüne entwicklung künftig stärker auf speicherung, stromverbrauch und reife konzentrieren wird - und weniger auf noch mehr solarmodule und windkraftanlagen.

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