Femern A/S hat den Rahmen für juristische Unterstützung in einem neuen vierjährigen Rahmenvertrag über Anwaltsleistungen mehr als verdoppelt. Der Vertrag, der im Juni 2025 vergeben wurde, hat einen geschätzten Wert von 75 Millionen Kronen und ein Maximum von 100 Millionen Kronen.
Laut Femern A/S, dem staatlichen Bauherrn der Fehmarn-Verbindung, ersetzt der Vertrag eine frühere Regelung mit einem geschätzten Wert von 30 Millionen Kronen. Er deckt juristische Unterstützung in Bereichen wie Gerichtsverfahren und Ansprüche, Vergaberecht, Vertragsrecht, öffentliches Recht und EU-Recht ab und soll sowohl für laufende Beratung als auch für Fälle genutzt werden, in denen das Unternehmen selbst keine juristischen Kompetenzen hat.
Der Rahmenvertrag wurde als öffentliche Ausschreibung ausgeschrieben und an die Anwaltskanzlei Poul Schmith I/S, besser bekannt als Kammeradvokaten, vergeben. Die Kanzlei fungiert als Hauptberater, kann jedoch bei Bedarf auf andere Anwaltskanzleien oder Spezialisten in Fällen zurückgreifen, die besondere juristische Expertise erfordern. Bei der Bewertung wurden Preis mit 60 Prozent und Organisation und Personal mit 40 Prozent gewichtet.
Große Fälle müssen behandelt werden
Laut Ausschreibungsunterlagen stellte Femern gleichzeitig hohe Anforderungen an die Erfahrung. Bieter mussten unter anderem mindestens einen abgeschlossenen internationalen Schiedsfall mit einem Streitwert von mindestens 300 Millionen Kronen sowie Erfahrung im Umgang mit Ansprüchen nach den sogenannten FIDIC-Regeln nachweisen können.
FIDIC ist ein internationales Regelwerk, das in großen Bauprojekten verwendet wird und festlegt, wie Auftragnehmer und Bauherr Unstimmigkeiten über Zeit, Zahlung und Verantwortung handhaben. Die Anforderung bedeutet, dass Femern nur Berater mit nachgewiesener Erfahrung in den größten und komplexesten Baukonflikten wünscht.
Der erweiterte rechtliche Rahmen kommt, während das Femern-Projekt mitten in mehreren rechtlichen und technischen Herausforderungen steht. Das Baukonsortium Femern Link Contractors hat Forderungen in Höhe von etwa 14,5 Milliarden Kronen gegen Femern A/S erhoben, und ein internationales Schiedsverfahren über coronabedingte Verzögerungen ist in Bearbeitung.
Die Gesamtkosten für die Femern-Verbindung sind auf über 55 Milliarden Kronen zu Preisen von 2015 festgesetzt, was etwa 67 Milliarden Kronen entspricht.
Die Vereinbarung trat im Sommer 2025 in Kraft und läuft über vier Jahre.