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Flc fällt die ersten 1.300 meter des tunnelgrabens

Neue vermessungen zeigen große abweichungen und löcher von bis zu etwa 1,5 metern unter dem entwurfsniveau. Das femern-projekt möchte die neuen zahlen nicht kommentieren.

3D-Grafik über die Tunnelrinne am Grund des Fehmarnbelts.
Veröffentlicht Geändert

Auf dem Meeresboden vor Rødbyhavn liegt das Fundament für den Fehmarnbelt-Tunnel. Hier wurde ein 18 Kilometer langer Tunnelgraben ausgehoben, in den später 89 Betonelemente abgesenkt und miteinander verbunden werden sollen. Doch der Graben ist auch Zentrum eines Konflikts zwischen Bauherr und Auftragnehmer, und solange keine Einigung über seinen Zustand erzielt wird, kann die Arbeit nicht fortgesetzt werden.

Neue interne Messungen zeigen nun, dass die Probleme mit dem Tunnelgraben weiter in den Fehmarnbelt hineinreichen als bisher beschrieben. Laut Vermessungen des Hauptauftragnehmers Femern Link Contractors (FLC) liegt der Boden auch in dem nächsten Abschnitt des Grabens deutlich unter dem Entwurfsniveau. Damit fällt der Hauptauftragnehmer die ersten 1300 Meter des Tunnelgrabens durch.

Zählt herunter von 79

Die Messungen wurden von FLC selbst durchgeführt, nachdem der Auftragnehmer die Vermessungen des Bauherrn als Grundlage für die Genehmigung und Übernahme des Grabens abgelehnt hatte.

FemernBusiness hat zuvor beschrieben, wie FLCs Messungen der ersten 650 Meter große Abweichungen von den Anforderungen zeigten. Die neuen Daten zeigen, dass dasselbe Bild in den nächsten Bereichen gilt.

Der Tunnelgraben ist in Zonen unterteilt, die jeweils ein Tunnelsegment aufnehmen sollen. TE-79 ist die erste Zone außerhalb der Küste von Lolland, in der das erste Element planmäßig abgesenkt werden soll. Danach folgen TE-78, TE-77, TE-76 und weiter in Richtung Deutschland. Die Zonen spiegeln somit die Reihenfolge wider, in der die Arbeiten auf See durchgeführt werden sollen.

Loch von 1,5 Metern

Die neuesten Messungen zeigen, dass die Mittelabweichung in den Zonen TE-76, TE-75 und TE-74 im Material auf 57,7 Zentimeter, 48,4 Zentimeter und 39,2 Zentimeter unter dem Entwurfsniveau festgelegt ist. Gleichzeitig gibt es lokale Vertiefungen, bei denen der Graben etwa 1,5 Meter unter dem geplanten Niveau liegt.

Die neuen Messungen umfassen auch SP10. In dem Material ist die Mittelabweichung hier auf 31,9 Zentimeter unter dem Entwurfsniveau festgelegt, während die maximale Abweichung 116,4 Zentimeter beträgt. SP10 ist der Platz für das erste von zehn Spezialelementen mit Keller unter den Straßen- und Eisenbahnröhren, wo die Technik des Tunnels zusammengeführt wird.

Keine Kommentare

Die Bilder zeigen deutlich die Unebenheiten. Grün ist genehmigt. Lila ist das Schlimmste.

Der Tunnelgraben ist nur einer von mehreren Knackpunkten in der Zusammenarbeit. FLC hat gleichzeitig einen Anspruch von 1,95 Milliarden Euro gegen Femern A/S erhoben, mit Verweis auf geänderte Voraussetzungen und Verzögerungen, und es läuft ein internationales Schiedsverfahren über einen separaten Anspruch von 77 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

In einer Pressemitteilung vom 17. September teilte das Femern-Projekt mit, dass Teile des Grabens etwa 30 Zentimeter tiefer als geplant waren, aber dass dies durch das Aufbringen einer dickeren Schicht von Schotter unter den Tunnelsegmenten gehandhabt werden könnte. Laut dem Bauherrn verläuft der Prozess daher wie erwartet, jedoch mit einem größeren Anpassungsbedarf als zunächst angenommen.

Femern A/S wird die neuen Messungen nicht kommentieren. Das Unternehmen schreibt, dass die Diskussion über die Qualität der Tunnelrinne Teil der vertraglichen Verhandlungen zwischen dem Fehmarnbelt-Projekt und FLC ist und dass man aus Prinzip keine Kommentare zu Verhandlungen abgibt.

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