Wenn ein 18 Kilometer langer Tunnel zwischen Dänemark und Deutschland eröffnet wird, ändert sich nicht nur die Reisezeit. Es verändert die Bewegungen der Arbeitskräfte, die Infrastruktur des Transports, die Absatzmöglichkeiten der Unternehmen und die Planungshorizonte der Kommunen.
Die Fehmarn Belt Days beginnen am Samstag, den 14. Juni, und die ersten beiden Tage drehen sich um Dialog, Demokratie, Entwicklung und Zusammenarbeit. Kurz gesagt, ein Demokratie-Festival in Lübeck, bei dem bis zu 50.000 Besucher erwartet werden.
Montag, der 16. Juni, wird etwas ganz anderes. Hier versammeln sich Entscheidungsträger, Forscher, Geschäftsleute und Beamte in Lübeck, um über die Zukunft der Fehmarn-Region zu diskutieren.
Hier können Sie als Akteur in der Region einen Überblick, Einblick und Einfluss darauf gewinnen, wie die Entwicklung angegangen wird - und von wem. Hier treffen sich die politischen Entscheidungsträger, die strategischen Denker und die Menschen, die die Dinge in der Praxis zum Laufen bringen sollen.
Der Tag bietet zwei Blöcke mit parallelen Sitzungen - sechs am Vormittag und sechs am Nachmittag. Hier ist der gesamte Überblick mit Fokus, Namen und Perspektiven. Noch sind nicht alle Namen festgelegt, aber die Programmpunkte stehen fest.
Eröffnung des Tages: 9:00 bis 10:15
Die Konferenz wird um 9:00 Uhr von den Gastgebern Simone Mischke (NDR) und Michael Reiter (DR) eröffnet, die den Rahmen für den Tag mit kurzen Einführungen und praktischen Informationen setzen.
Keynote: Northern Green Collaboration
Der erste Vortrag der Konferenz behandelt, wie die Femern-Region - und Nordeuropa insgesamt - eine führende Rolle im grünen Wandel übernehmen kann. Der Fokus liegt sowohl auf der politischen Agenda als auch auf konkreten Initiativen, die Wachstum durch Nachhaltigkeit schaffen sollen. Es wird über Elektrifizierung, Logistik, Zusammenarbeit und Klimaziele in einer gemeinsamen regionalen Perspektive gesprochen.
Politische Debatte: Grenzüberschreitende grüne Politik
Ein starkes politisches Panel diskutiert, wie die Femern-Verbindung als Motor für klimafreundliche Entwicklung genutzt werden kann. Hier werden Transport, Energie und regionale Entwicklung mit konkreten Initiativen verbunden - und mit scharfer politischer Kante. Mitwirkende: Werner Schwarz (Minister, SH), Ulrika Heie (Schwedisches Reichstag), Sofia Hedén (Malmö) sowie Vertreter aus dem Folketing und Bundestag.
Vormittag um 10:30 Uhr
Hier gibt es sechs parallele Sitzungen, also ist es wichtig, die richtige Wahl zu treffen.
Kombinierter Güterverkehr - Möglichkeiten und Zusammenarbeit nach der Tunnelöffnung
Der Tunnel wird ein Wendepunkt für den Güterverkehr in Europa sein - aber nur, wenn die Akteure zusammenarbeiten. Die Sitzung zeigt Verkehrssimulationen und diskutiert den Wechsel von der Straße zur Schiene im europäischen Kontext. Das Ganze wird im Lichte des EU-TEN-T-Programms betrachtet, das ein Netzwerk von Haupttransportkorridoren ist, die Europa mit effizienten und nachhaltigen Verbindungen zusammenbinden sollen.
Mitwirkende: Göran Cars (Europakorridoren), Michael Stuwe (INEF), Michail Stahlhut (Hupac), Henrik Dahlin (Green Cargo), Armin Riedl (Kombiverkehr), Dirk Steffes (TX Logistik), Stev Etzrodt (BODE), Jörg Ullrich (logRegio)
Tourismus im Jahr 2029 - welche Erlebnisse sollen die Gäste erwarten?
Was soll die Region bieten, wenn sich die Reisezeit halbiert? Der Workshop entwickelt Ideen für zukünftige Tourismusangebote und gibt Akteuren die Möglichkeit, direkt zu kommenden Projekten beizutragen. Es wird an Thementischen gearbeitet, mit Fokus auf konkrete Lösungen und Kontaktvermittlung.
Mitwirkende: Ostsee-Holstein-Tourismus, IHK Lübeck, Lübeck & Travemünde Marketing, Herzogtum Lauenburg Marketing, EGOH, Stormarn, Tourismusagentur Schleswig-Holstein
Skandinavischer Transport - von der Vision zu den Eisenbahnschienen
Wie vermeiden wir, dass der Tunnel nur eine weitere Autobahn wird? Debatte über grüne Mobilität, die Verbindung Helsingborg-Helsingør, die Øresundsmetro und die nordische Logistikstrategie. Die Sitzung wird vom STRING-Netzwerk organisiert, einer politischen Zusammenarbeit zwischen Regionen und Großstädten in Dänemark, Schweden, Norwegen und Deutschland, die sich für nachhaltige Infrastruktur einsetzen. Mitwirkende: Ulrika Heie (Sveriges Riksdag), Anette Solli (Akershus), Lars Gaardhøj (Region H), Stefan Seidler (Bundestag), Vertreter vom Nordischen Rat
Smart Cities in der Praxis - Erfahrungen aus Næstved und Lübeck
Wie arbeiten zwei verschiedene Städte mit digitaler Verwaltung, Bürgerlösungen und Dateninfrastruktur? Eine Sitzung mit Praxis im Mittelpunkt - und Perspektiven für die Zukunft der Kommune. Hier werden Unterschiede in Governance, IT-Strukturen und Nutzerbedürfnissen diskutiert. Mitwirkende: Lars Borg (Næstved Kommune) und Alexander Kraake (Lübeck).
KMU mit internationalen Ambitionen - wie erhalten sie Unterstützung?
Wie hilft das Enterprise Europe Network (EEN) kleinen und mittleren Unternehmen, international und nachhaltig zu wachsen? Die Sitzung bietet konkrete Werkzeuge und zeigt Beispiele, wie die Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Norddeutschland in der Praxis funktioniert.
Mitwirkende: Annette Moritz (EEN Hamburg/SH)
Munition im Meer - was tun wir mit dem gefährlichsten Erbe der Vergangenheit?
Millionen Tonnen alter Munition bedrohen die Meeresumwelt in der Ostsee. Hier wird das neue Zentrum MUNIMAR vorgestellt, und die Teilnehmer erhalten Einblicke in die Strategien der Behörden und die Ergebnisse der Forschung. Es wird auf eine Zusammenarbeit zwischen Politik, Industrie und Forschung hingearbeitet. Mitwirkende: Alexander Bach (Umweltministerium SH), Jens Greinert (GEOMAR), Sabine Schulz (IHK SH)
Nachmittag um 13:30 Uhr
Nach dem Mittagessen gibt es erneut sechs verschiedene Sitzungen zur Auswahl. Nicht alle Gäste sind vollständig bestätigt.
Sicherheit im Ostseeraum - zivile, wirtschaftliche und militärische Widerstandsfähigkeit
Der Tunnel spielt eine Rolle in der Versorgungssicherheit und militärischen Mobilität. Die Sitzung diskutiert die strategische Bedeutung der Infrastruktur für die Ostseeregion und wie zivile und militärische Bereitschaft mit wirtschaftlicher Entwicklung verknüpft werden. Mitwirkende: Veronika Wand-Danielsson (Botschafterin in Berlin), Hans Wallmark (Botschafter in Kopenhagen), Vertreter aus DK und DE.
Die grüne Zukunft des Transports über die Fehmarn-Verbindung
Wie wird das Potenzial des Tunnels für Güter und Passagiere genutzt? Transportexperten diskutieren Kapazität, Betrieb und die grüne Zukunft der Eisenbahn. Hier treffen Visionen auf die Realität, die auf beiden Seiten der Verbindung aufgebaut werden muss. Mitwirkende: Henrik Dahlin (Green Cargo), Carl Adam Holmberg (Snälltåget), Arne Beck (Nah.SH), Linus Eriksson (Öresundsbron), Mats Almgren (SJ)
Die Fehmarn-Verbindung im europäischen Kontext - TEN-T und Wachstum
Das Fehmarn-Projekt ist Teil des TEN-T Skandinavien-Mittelmeer-Korridors der EU, einer der neun großen Verkehrskorridore, die Europa von Nord nach Süd verbinden. Diese Sitzung setzt das Projekt in einen strategischen und politischen EU-Kontext. Mitwirkende: Vertreter von Femern A/S
Innovation und Startups in der Fehmarnbelt-Region
Wie kann Unternehmertum und Innovation in der Grenzregion gestärkt werden? Die Sitzung zeigt Beispiele aus Interreg-Projekten, die EU-finanzierte Kooperationsinitiativen über Ländergrenzen hinweg sind. Die Teilnehmer erhalten Einblicke in Netzwerke, Förderprogramme und Fallstudien.
Mitwirkende: Frank Schröder-Oeynhausen und Partner vom Technikzentrum Lübeck
Stadtplanung und Ansiedlung in der neuen Grenzregion
Wie sollen wir in einer Region mit neuen Verbindungen und erhöhter Zugänglichkeit wohnen und planen? Die Sitzung konzentriert sich auf Wohnungsentwicklung, Ansiedlung und Kohärenz in der Stadtplanung. Mitwirkende: Josephine Saabye (Rural Agency), Anna Sofie Hvid (Rural Agency), Anika Slawski (TH Lübeck)
Femernbelt als grenzüberschreitende Region - Karten, Daten und Szenarien
Das ESPON CrossGov-Projekt, Teil des EU-Analyseprogramms für regionale Planung, präsentiert neue Daten und Karten zur Entwicklung der Femernbelt-Region. Nach dem Vortrag werden Governance, Zusammenarbeit und Zukunftsszenarien im Workshop-Format diskutiert. Mitwirkende: Tobias Chilla (FAU Erlangen-Nürnberg)
Keynote um 15:00 Uhr
Die letzte Keynote des Tages wird von Pat Cox, dem EU-Koordinator für den Skandinavisch-Mediterranen Korridor im TEN-T-Programm, gehalten. Mit sowohl politischer Erfahrung als auch strategischem Weitblick beleuchtet er die Rolle der Femernverbindung in Europas Infrastruktur und Zusammenhalt.