Der italienische Bauunternehmer Itinera, der mehrere große Bauprojekte in Dänemark realisiert, schloss das Jahr 2024 mit einem Bericht ab, in dem die Herausforderungen bei der Storstrømsbroen die Bilanz erheblich belasteten. Das Projekt führte allein im Betrieb zu Verlusten von etwa 727 Millionen Kronen (umgerechnet aus 97,6 Mio. Euro), und insgesamt belaufen sich die Abschreibungen nun auf etwa 1,1 Milliarden Kronen.
Verzögerungen, Witterungsbedingungen und Umplanungen haben die Arbeiten verlängert und die Mengen erhöht, und das Ergebnis ist, dass Itinera bisher keinen Gewinn aus dem dänischen Vertrag erzielen konnte. Stattdessen musste das Unternehmen Liquidität durch spezielle Vorschussvereinbarungen mit der Straßenbehörde beschaffen, wobei bis Mitte 2024 insgesamt gut 700 Millionen Kronen ausgezahlt wurden.
Auf Konzernebene stieg der Umsatz im Jahr 2024 auf knapp 15,6 Milliarden Kronen gegenüber 13,1 Milliarden Kronen im Vorjahr. Dennoch fiel das Nettoergebnis erheblich - von 214 Millionen Kronen im Jahr 2023 auf nur 11,9 Millionen Kronen im Jahr 2024. Die Storstrømsbroen wird ausdrücklich als Hauptgrund für das schlechte Ergebnis genannt.
Große öffentliche Bauaufgaben
In den letzten Jahren hat sich Itinera stark in Dänemark positioniert. Neben der Storstrømsbroen ist das Unternehmen auch für den Bau der neuen Universitätskliniken in Køge und Odense verantwortlich, womit die Italiener zu einem der größten ausländischen Bauunternehmer für öffentliche Bauaufgaben geworden sind.
Gleichzeitig stand Itinera mehrfach im Fokus wegen Problemen auf dänischen Baustellen - sowohl bei der Storstrømsbroen als auch bei den Krankenhausbauten - wo Gewerkschaften die Arbeitsbedingungen kritisiert haben und Behörden Fälle von Sozialdumping aufgeworfen haben.
Bei der Storstrømsbroen erfolgt die Arbeit im Konsortium SBJV (Storstrøms Bridge Joint Venture), bei dem Itinera 99,99 Prozent besitzt. Das Projekt ist nun fast 91,5 Prozent fertiggestellt, und der letzte Brückenträger wurde im Dezember 2024 platziert. Dennoch ist der Zeitplan überschritten, denn die Brücke hätte laut Itineras letztem Jahresabschluss am 30. Juni dieses Jahres fertig sein sollen.
Die Storstrømsbroen soll Seeland, Falster und Lolland mit einer neuen Straßen- und Bahnverbindung verbinden und stellt einen zentralen Teil der Infrastruktur in Richtung Femern-Tunnel dar.