Die Einstellung der Zuckerproduktion in Nakskov hat Klimaministerin Samira Nawa (R) dazu veranlasst, ihre Kritik an der Gasleitung nach Lolland-Falster erneut aufzugreifen.
Nach Ansicht der Ministerin zeigt die Entwicklung, dass man vorsichtig sein sollte, wenn große Investitionen langfristig an Gas als Energielösung für die Industrie gebunden werden.
- Dass Fabriken trotz einer massiven Investition in eine neue Gasleitung schließen, die 2024 eingeweiht wurde, zeigt, dass wir sehr genau überlegen müssen, bevor wir in Infrastruktur investieren, die nicht zur Zukunft gehört, sagt Samira Nawa in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber Ritzau.
Nordic Sugar teilt diese Einschätzung jedoch nicht und sieht durch die Schließung in Nakskov keinen veränderten Bedarf an der Gasleitung. Gegenüber FemernBusiness betont das Unternehmen, dass die Leitung weiterhin eine zentrale Rolle spielen wird, wenn die Zuckerproduktion in Nykøbing Falster gebündelt wird.
- Unsere Mitteilung von gestern, wonach geplant ist, die Zuckerproduktion in Nakskov nach der Kampagne 2026/27 einzustellen, ändert nichts an dem, was wir bereits zuvor gesagt haben. Gas für unser Werk in Nykøbing, wo die Produktion künftig konzentriert wird, bleibt auch in Zukunft von entscheidender Bedeutung für unser Unternehmen in Dänemark, erklärt Jannik Olejas, CEO von Nordic Sugar, in einer schriftlichen Stellungnahme.
Nordic Sugar geht daher davon aus, den derzeitigen Biogasverbrauch ab 2027 an einem einzigen Standort zu bündeln.
- Darüber hinaus wird die gesamte Menge an Biogas, die wir heute an zwei Standorten nutzen, ab 2027 ausschließlich im Werk in Nykøbing Falster verbraucht, schreibt Jannik Olejas.
Samira Nawa ist dagegen der Ansicht, dass sich die Industrie vom Gas weg und hin zur Elektrifizierung bewegen müsse.
- Grundsätzlich müssen wir den Gasverbrauch senken und die Elektrifizierung ausbauen. So lösen wir uns aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, und so können die Unternehmen der Zukunft sowohl wettbewerbsfähig als auch grün werden, sagt sie gegenüber Ritzau.
Die Gasleitung nach Lolland-Falster wurde 2021 beschlossen und unter anderem errichtet, um die Werke von Nordic Sugar in Nakskov und Nykøbing zu versorgen. Mit der Schließung in Nakskov fällt damit einer der beiden Zuckerproduktionsstandorte weg, während Nordic Sugar die Produktion in Nykøbing bündelt.