Es gibt wieder Bewegung in der Zertifizierung des Ivy-Schiffs, das für die Femern-Verbindung zentral ist und derzeit ein Hindernis für das gesamte Bauvorhaben darstellt. Mehrere neue Zertifikate wurden im Genehmigungsverfahren des Schiffs registriert, aber die endgültige behördliche Genehmigung fehlt weiterhin, und das Schiff kann daher noch nicht in Betrieb genommen werden.
Die neuen Zertifikate sind das International Anti-Fouling System Certificate (AFS-IC) und das National Cargo Ship Safety Certificate Denmark (DNK-CS-C). Dies geht aus der Zertifikatsliste im Genehmigungsprozess hervor.
AFS-IC ist ein internationales Umweltzertifikat, das sich auf die Antifouling-Systeme des Rumpfes und Anforderungen an die Beschichtung bezieht. DNK-CS-C ist ein dänisches Sicherheitszertifikat für Frachtschiffe, das zentrale Sicherheitsanforderungen an Bord umfasst.
Was sind Ivy 1 und Ivy 2?
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Zwei speziell gebaute Pontons zum Transportieren und Absenken von Tunnelelementen im Fehmarnbelt.
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Jede Einheit ist 105 Meter lang und 45 Meter breit.
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Die Elemente werden an beiden Enden gehalten und über Winden und kilometerlange Stahlseile vom Kontrollraum des Fahrzeugs aus gesteuert.
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Können erst in Betrieb genommen werden, wenn die abschließenden Tests durchgeführt und die endgültige behördliche Genehmigung erteilt wurde.
Die Zertifikate fügen sich in eine längere Reihe bereits ausgestellter Dokumente zu unter anderem Funk, Arbeitsschutz und Umweltverschmutzungsvermeidung ein. Zuletzt wurde im Oktober ein vorläufiges Lastlinien-/Freibordzertifikat (ILLC-IC) ausgestellt, das das Schiff in die Lage versetzen sollte, Belastungstests durchzuführen.
Das Klassifikationszertifikat fehlt
Obwohl eine Vielzahl von Zertifikaten nun vorliegt, fehlt weiterhin das entscheidende Klassifikationszertifikat (CLCE). Dies ist der Zertifizierungspunkt, der insgesamt dokumentiert, dass das Schiff den technischen Standards für Konstruktion und Sicherheit entspricht. Ohne das Klassifikationszertifikat kann die Schifffahrtsbehörde keine endgültige Genehmigung erteilen.
Die Schifffahrtsbehörde muss Ivy 1 und Ivy 2 für den Betrieb genehmigen, aber es ist Det Norske Veritas (DNV), das für die Prüfung und Ausstellung der laufenden Zertifikate im Prozess verantwortlich ist.
Schlüsselfahrzeug hält die Absenkung zurück
Das Ivy-Fahrzeug besteht aus zwei speziell gebauten Pontons, Ivy 1 und Ivy 2, die die Tunnelelemente halten und steuern sollen, wenn sie auf den Grund des Fehmarnbelts abgesenkt werden. Die Fahrzeuge wurden im Herbst 2024 geliefert, aber der langwierige Genehmigungsprozess hat dazu geführt, dass die Absenkungsarbeiten noch nicht begonnen haben.
Der Genehmigungsprozess war von Sonderregeln und Ausnahmen geprägt, da die Pontons nicht in die üblichen Regelwerke für Schiffe passen. Zentrale technische Aspekte wie Stabilität, Freibord und Lastlinie wurden erst im Winter und Frühjahr 2025 genehmigt, und seitdem bestand die Arbeit darin, die letzten Zertifikate zu erhalten.
Wenn das Ivy-Fahrzeug genehmigt ist, wartet das nächste Problem: Der Bauherr Femern A/S, der im Besitz des dänischen Staates ist, und das Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC) sind uneinig darüber, ob der Tunnelgraben genutzt werden kann. FLC ist der Meinung, dass große Verbesserungen erforderlich sind, und schätzt, dass das erste Tunnelelement frühestens im Mai 2026 abgesenkt werden kann. Femern A/S hält daran fest, dass nur geringfügige Anpassungen erforderlich sind.