Die EU-Kommission will ein zusammenhängendes europäisches Netz von Hochgeschwindigkeitszügen schaffen und hebt eine deutlich kürzere Reisezeit zwischen Kopenhagen und Berlin hervor. Doch in einem neuen Vermerk an den Verkehrsausschuss und den Europaausschuss des dänischen Parlaments warnt die dänische Regierung davor, sowohl die Kosten als auch die praktischen Herausforderungen im Eisenbahnwesen zu unterschätzen.
In dem sogenannten Grund- und Nähevermerk des Verkehrsministeriums beschreibt die Regierung den Plan der EU-Kommission als eine faszinierende Vision, jedoch gleichzeitig als sehr kostenintensiv und zeitlich ehrgeizig. Die Regierung ist der Meinung, dass der Vorschlag nicht ausreichend auf den angespannten Zustand eingeht, in dem sich die Eisenbahn in vielen europäischen Ländern befindet.
Die Fehmarn-Verbindung wird in dem Vermerk als ein konkretes dänisches Beispiel dafür hervorgehoben, wie eine bessere Verbindung in den europäischen Eisenbahnkorridoren erhebliche Vorteile bringen kann. Laut den Berechnungen der Kommission kann die Reisezeit zwischen Berlin und Kopenhagen von etwa sieben auf vier Stunden reduziert werden, wenn die Fehmarn-Verbindung und die notwendigen Landanlagen fertiggestellt sind.
Jahrzehnte zur Umsetzung
Gleichzeitig erhebt die Regierung eine klare Warnung davor, frühere Fehler zu wiederholen. In dem Vermerk wird darauf hingewiesen, dass die Einführung des gesamteuropäischen Signalsystems ETCS deutlich gescheitert ist. Das System sollte bis 2030 vollständig eingeführt sein, deckt jedoch heute weniger als 20 % des Schienennetzes in Europa ab, und dänische Erfahrungen zeigen, dass die Umsetzung Jahrzehnte dauern kann.
Die Regierung fordert daher die EU-Kommission auf, die Instandhaltung und Fertigstellung bereits beschlossener Bahnprojekte zu priorisieren, bevor neue, große Hochgeschwindigkeitsinitiativen in Angriff genommen werden.