Wenn die Züge zwischen Kopenhagen und Hamburg unter dem Fehmarnbelt fahren, soll es laut Region Sjælland zwei Stopps auf der Strecke innerhalb der Grenzen der Region geben. Eine neue Analyse empfiehlt nun, dass Næstved und Nykøbing Falster die ausgewählten Stationen werden.
Die Analyse wurde vom Beratungsunternehmen SYSTRA im Auftrag der Region Sjælland und der Gemeinden auf Seeland erstellt. Sechs Stationen wurden bewertet: Køge Nord, Ringsted, Næstved, Vordingborg, Nykøbing Falster und Rødby. Letztere ist eine neue Station, die im Zusammenhang mit dem Tunnel nach Deutschland im Bau ist.
Die möglichen Kombinationen von zwei Stopps wurden anschließend analysiert und anhand einer Reihe festgelegter Kriterien gegeneinander abgewogen.
Drei Kombinationen im Spiel
Es wurde eine Bewertung von drei verschiedenen Szenarien vorgenommen: Ringsted und Nykøbing Falster, Næstved und Nykøbing Falster sowie Næstved und Rødby. Die Analyse untersucht unter anderem, welche Stationen die meisten Passagiere, die beste Pendelzeit, den Zugang zu Arbeitsplätzen und die größte regionale Abdeckung bieten.
Die Kriterien sind politisch definiert und in quantitative Indikatoren umgewandelt - unter anderem Einzugsgebietsanalysen, Reisezeiten, Bevölkerungszahlen und Tourismusdaten. Es geht darum, die Kombination zu finden, die insgesamt den größten Wert für die Region Sjælland schafft.
Næstved und Nykøbing Falster schneiden am besten ab
Das Fazit ist klar: Ein Halt in Næstved und Nykøbing erfüllt die meisten Kriterien und erzielt die höchste Gesamtbewertung. Næstved ist eine Stadt mit guter Pkw-Erreichbarkeit, hoher Arbeitsplatzdichte und einem wachsenden Geschäftsleben. Nykøbing zeichnet sich besonders durch Tourismus und Potenzial für Passagierwachstum aus - nicht zuletzt aufgrund vieler deutscher Übernachtungen in der Gemeinde.
Das Szenario mit Ringsted und Nykøbing Falster liegt nahe, insbesondere weil Ringsted mit dem Zug aus großen Teilen Seelands leicht zu erreichen ist. Das dritte Szenario, mit Rødby und Næstved, wird als am wenigsten attraktiv bewertet. Rødby hat eine kurze Reisezeit nach Lübeck und damit ein großes Arbeitskräftepotenzial, aber das Gebiet um den Bahnhof hat wenige Arbeitsplätze und eine geringe lokale Passagierbasis.
Kommerzieller Betrieb ohne politische Kontrolle
Die Verbindung zwischen Kopenhagen und Hamburg soll kommerziell betrieben werden und ist nicht Teil des Vertrags der DSB mit dem Staat. Das bedeutet, dass es letztendlich den Betreibern - typischerweise DSB und Deutsche Bahn - überlassen bleibt, zu entscheiden, wo die Züge halten.
Genau deshalb möchten die Region Sjælland und die Gemeinden eine gemeinsame Grundlage schaffen, die im Dialog mit dem Verkehrsministerium und den kommerziellen Akteuren genutzt werden kann. Für sie geht es darum sicherzustellen, dass die Femern-Verbindung auch lokal von Bedeutung ist - nicht nur als Transitkorridor zwischen Hauptstädten.
Der nächste Schritt wird politisch
Die nächste Behandlung der Angelegenheit erfolgt im September. Hier müssen sowohl der Ausschuss für regionale Entwicklung der Region Sjælland als auch KKR Sjælland zu den Empfehlungen Stellung nehmen. Wenn politische Einigkeit erzielt wird, wird die Region die Angelegenheit gegenüber den Betreibern und dem Staat weiterverfolgen.
Die Analyse kann somit große Bedeutung dafür haben, wie der Zugverkehr von und nach dem Ausland die Entwicklung in der Region in den kommenden Jahren beeinflussen wird.
So werden die drei Szenarien bewertet
Stopps in Næstved und Nykøbing Falster werden insgesamt als das beste Szenario bewertet. Es erzielt die höchsten Werte bei Pendeln und Passagierzahlen und die zweithöchsten bei Wachstum und regionaler Bedeutung. Durchschnittliche Bewertung: 4,0 auf einer Skala von 1 bis 5.
Stopps in Ringsted und Nykøbing Falster werden als zweitbeste bewertet. Es erzielt die höchsten Werte bei der regionalen Zugänglichkeit, aber niedrigere bei den anderen Kriterien. Durchschnittliche Bewertung: 3,3.
Stopps in Næstved und Rødby werden als am wenigsten attraktiv bewertet. Hier ist das Potenzial für deutsche Arbeitskräfte hoch, aber es gibt wenige lokale Arbeitsplätze und eine geringe Passagierbasis. Durchschnittliche Bewertung: 2,3.
Quelle: Analyse von Region Sjælland und SYSTRA, Mai 2025