Bis zur Eröffnung der Fehmarnbelt-Verbindung steigt der Druck, den europäischen TEN-T-Korridor als ein zusammenhängenderes Eisenbahnnetz von Nordskandinavien zum Kontinent auszubauen.
TEN-T ist das von der EU ausgewiesene Netz von Transportkorridoren, das Ländergrenzen überschreitet und Straßen, Eisenbahnen, Häfen und Terminals besser verbinden soll, um den Transport schneller und robuster zu machen.
Schweden wird als mögliche Engstelle hervorgehoben. Sowohl Politiker als auch Wirtschaftsakteure weisen darauf hin, dass Kapazität und Geschwindigkeit an mehreren Stellen im schwedischen Netz die Vorteile der neuen festen Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland einschränken können, wenn die Ausbauten nicht schneller kommen.
Großer Gewinn für die Schweden
Stig Rømer Winther, der Direktor von Femern Belt Development, fordert ein höheres Tempo in Schweden.
- Es besteht das Risiko, dass Schweden, das stark auf den Bau der Fehmarn-Verbindung gedrängt hat, nun stattdessen als Bremsklotz endet, sagt Stig Rømer Winther.
Damit weist Stig Rømer Winther auf die Tatsache hin, dass Schweden am Ende sehr viel von der festen Verbindung nach Deutschland profitieren könnte. Mit der Öresund-Verbindung wurde das Nachbarland mit Dänemark verbunden, und mit der Fehmarn-Verbindung wird die Reise zum riesigen deutschen Markt noch kürzer.
In Skåne wollen der Regionsratsvorsitzende und der neu gewählte Greater Copenhagen-Vorsitzende Carl Johan Sonesson Druck auf die Regierung ausüben, um mehr Bahn-Investitionen in den nationalen Plan aufzunehmen, der im Frühjahr verabschiedet wird. Der Fokus liegt unter anderem auf Erweiterungen rund um Lund und Helsingborg.
Auch aus anderen schwedischen Regionen gibt es Warnungen, dass fehlende Erweiterungen zentraler Strecken die Wettbewerbsfähigkeit kosten und das Vertrauen in die Bahn schwächen könnten.