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Streit endet in Schiedsgericht: Forderung von 127 Millionen von Nordic Sugar

Der Konflikt zwischen den Dänischen Zuckerrübenanbauern und Nordic Sugar endet nun in einem Schiedsverfahren, nachdem monatelang keine Lösung für die Uneinigkeiten über Messungen und Abrechnung gefunden wurde.

Ein Konflikt um 127 Millionen spielt sich zwischen Rübenanbauern und Nordic Sugar ab
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Ein Schiedsgericht soll nun entscheiden, ob Nordic Sugars neue Prüfausrüstung dazu geführt hat, dass Rübenanbauer zu geringe Zahlungen für die im Jahr 2024 gelieferten Zuckerrüben erhalten haben. Das teilt Danske Sukkerroedyrkere mit, die am 20. Mai das Schiedsverfahren eingereicht haben, nachdem ein langer Verhandlungsprozess ergebnislos endete.

Der Konflikt besteht seit 2024, als Nordic Sugar neue Rüpro-Probennehmer in seinen Fabriken in Nakskov und Nykøbing Falster einführte. Laut Danske Sukkerroedyrkere führte dies dazu, dass sowohl die Reinheit als auch der Zuckergehalt der Rüben niedriger gemessen wurden als zuvor - und somit einen niedrigeren Preis auslösten.

127 Millionen Kronen auf dem Spiel

Der Streit ist seit mehreren Monaten bekannt. Bereits auf der Generalversammlung von Danske Sukkerroedyrkere im März wurde der Konflikt ausführlich erörtert. Es wurde mitgeteilt, dass der Verband der Meinung ist, dass seine Mitglieder insgesamt 127 Millionen Kronen in den Jahren 2024, 2025 und teilweise 2026 verlieren - wobei die Hälfte davon die Rüben betrifft, die bereits 2024 geliefert wurden.

Die Uneinigkeit rührt von den Messungen her, die die Grundlage für den Preis der Rüben bilden. Die Probennehmer bewerten sowohl die Reinheit als auch den Zuckergehalt der Rüben, und mit der neuen Ausrüstung erlebten viele Lieferanten, dass die Ergebnisse niedriger waren als erwartet - obwohl das Wetter im Herbst 2024 optimal für die Ernte war.

Zwei Runden sogenannter Paralleltests - durchgeführt zusammen mit Nordic Sugar - bestätigten laut den Anbauern, dass die neuen Maschinen systematisch sowohl Reinheit als auch Zuckergehalt zu niedrig messen.

Verhandlungen gescheitert

Seit September letzten Jahres hat Danske Sukkerroedyrkere versucht, eine Lösung im Dialog mit Nordic Sugar zu finden, jedoch ohne Erfolg. Der Verein gibt an, dass er die Angelegenheit gründlich dokumentiert und Nordic Sugar kontinuierlich aufgefordert hat, in Verhandlungen einzutreten. Dies ist nicht gelungen, und nun wird der Fall vom Schiedsgericht behandelt.

- Es wäre für alle Parteien besser gewesen, wenn wir eine Vereinbarung über etwas hätten treffen können, aber das haben wir nicht, sagt Troels Frandsen, Vorsitzender von Danske Sukkerroedyrkere.

Frühere Einschätzung: Die Anbauer stehen stark

Bereits im März schätzte Henning Otte Hansen, Seniorberater am Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomie der Universität Kopenhagen, dass die Rübenanbauer in der Sache stark stehen.

- Sie sind es gewohnt, zusammenzustehen und zusammenzuarbeiten. Die Landwirtschaft hat dort wirklich eine Stärke, sagte er damals.

Er wies auch darauf hin, dass die Anbauer letztendlich entscheiden können, ihr Land für etwas anderes zu nutzen, während die Fabriken von Nordic Sugar auf Zuckerrüben angewiesen sind.

Henning Otte Hansen beschrieb den Konflikt als einen klassischen Interessenkonflikt, bei dem beide Parteien viel auf dem Spiel haben. Ihm zufolge könnte Nordic Sugar ein Interesse daran haben, an der neuen Messtechnik festzuhalten, um ähnliche Forderungen in der Zukunft zu vermeiden.

Nordic Sugar hat sich öffentlich nicht zu dem Konflikt geäußert. Der Hersteller entschied sich auch, bei der Generalversammlung der Rübenanbauer im März abwesend zu sein.

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