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Wichtiger Meilenstein beim Fehmarn-Tunnel erreicht

Nach langer Wartezeit ist das Spezialschiff Ivy endlich genehmigt, was das Absenken der ersten Tunnelelemente im Femern-Bælt-Projekt ermöglicht.

Foto: Sund & Bælt
Veröffentlicht

Das Spezialschiff Ivy, das mehr als ein Jahr lang einer der größten Bremsklötze für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels war, ist nun endgültig von der Schifffahrtsbehörde zugelassen worden, nachdem es die entscheidenden Tests bestanden hat. Damit ist die wichtigste technische Voraussetzung erfüllt, um die ersten Tunnelelemente abzusenken.

Ivy ist ein speziell gebauter Ponton mit einer zentralen Rolle im Projekt. Das System besteht aus zwei Einheiten, die die Tunnelelemente an beiden Enden zwischen sich fixieren und das Absenken kontrollieren. Mit 66 Winden und insgesamt 23 Kilometern Stahlseil kann es die 217 Meter langen und mehr als 70.000 Tonnen schweren Elemente handhaben und mit hoher Präzision auf bis zu 40 Meter Tiefe absenken.

Diese Operation entscheidet darüber, ob der Bau von der Vorbereitungsphase in einen stabilen Baufortschritt übergehen kann.

Das Schiff wurde im Herbst 2024 geliefert, hatte jedoch seitdem Schwierigkeiten, die notwendigen Genehmigungen zu erhalten. Zertifikate fehlten, vorübergehende Zulassungen wurden entzogen, und zeitweise wurde auch das vorläufige Fahrtzertifikat widerrufen. Eine erste geplante Absenkung im Februar 2026 musste daher verschoben werden.

Komplexe Aufgabe

Für die Zulassung war eine Reihe von Tests erforderlich, erklärt der stellvertretende Vertragsdirektor von Sund & Bælt, Lasse Vester, in einer Mitteilung.

Die Aufgabe des Schiffs ist komplex, weshalb umfangreiche Tests notwendig waren, um sicherzustellen, dass es sowohl die technischen als auch die sicherheitsrelevanten Anforderungen erfüllt.

Jetzt liegt die Genehmigung vor, und wir sind bereit für die Absenkung, sagt er.

Die Probleme mit Ivy hatten direkte Auswirkungen auf den gesamten Zeitplan. Die Absenkung der Tunnelelemente ist die komplexeste und entscheidende Phase des Projekts. Erst wenn diese Phase beginnt, kann der Bau in einen stabilen Ablauf übergehen, bei dem die Elemente kontinuierlich abgesenkt und verbunden werden.

Konflikt auf höchster Ebene

Gleichzeitig lief der Konflikt zwischen dem Bauherrn Sund & Bælt und dem Hauptauftragnehmer Femern Link Contractors weiter. Der Auftragnehmer hat Forderungen in Höhe von 14,5 Milliarden DKK erhoben, zudem läuft ein internationales Schiedsverfahren wegen Verzögerungen. Zusammen mit der Qualität der Tunnelrinne war Ivy ein zentrales Element der Unsicherheit über den Baufortschritt.

Der Konflikt hat sich zudem auf höchster politischer Ebene zugespitzt. Im Januar griff der Abteilungsleiter im Verkehrsministerium, Jacob Heinsen, in die Angelegenheit ein und stellte in einer direkten henvendelse an den Direktor von Femern Link Contractors die Frage, ob das Konsortium überhaupt in der Lage sei, das Projekt zu vollenden. Er betonte, dass die Probleme mit dem Absenkfahrzeug das größte Risiko für den Bau darstellen und die erheblichen Verzögerungen Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Auftragnehmers geweckt haben.

Der Vorstandsvorsitzende von Femern Link Contractors, Sébastien Bliaut, wies dies zurück. In einer E-Mail erklärte er, dass das Schiff zwar noch nicht einsatzbereit sei, man aber Fortschritte mache und es weder kurz- noch langfristig als Engpass zu sehen sei.

Ist das Projekt unter Kontrolle?

Der Juraprofessor Frederik Waage von der Universität Süddänemark sieht angesichts des Konfliktniveaus grundsätzliche Fragen: Es stelle sich, ob das Projekt noch unter Kontrolle sei.

Mit der endgültigen Zulassung von Ivy ist eines der beiden großen technischen Hindernisse nun beseitigt. Das andere betrifft die Qualität der Tunnelrinne, die weiterhin umstritten ist. Nach Angaben des Projekts sind die ersten 650 Meter inzwischen fertiggestellt.

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