Andreas Wenzel: Unternehmen sollten nicht auf die Fehmarnbelt-Verbindung warten

Die Unsicherheit über die Eröffnung beeinträchtigt Investitionen, die von der Fehmarnbelt-Verbindung abhängig sind. Unternehmen sollten aber bereits jetzt Kunden und Kooperationspartner auf der anderen Seite finden, meint Andreas Wenzel.

Andreas Wenzel, Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer
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Dänische und deutsche Unternehmen können schon jetzt mehr Geschäfte miteinander machen. Deshalb sollten sie damit beginnen, die Möglichkeiten zu prüfen, auch wenn die Eröffnung der Fehmarnbelt-Querung unsicher ist, meint Andreas Wenzel von der Deutsch-Dänischen Handelskammer.

FemernBusiness hat ihm fünf Fragen zu den Möglichkeiten der Wirtschaft auf beiden Seiten des Fehmarnbelts gestellt.

Was sind die größten Chancen in der Zusammenarbeit zwischen Lolland-Falster, Südseeland und Norddeutschland – auf beiden Seiten?

- Die größte Chance liegt darin, einen stärker integrierten Markt mit neuen Kunden, Kooperationspartnern und gemeinsamen Wertschöpfungsketten zu schaffen.

Das eröffnet neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Logistik, Produktion, Tourismus und grüne Energie.

Was steht insbesondere im Weg, damit mehr Unternehmen diese Chancen nutzen?

- Eine Herausforderung besteht darin, dass derzeit große Unsicherheit darüber herrscht, wann die Verbindung fertiggestellt sein wird und in welchem Umfang sie nutzbar sein wird. Derzeit sieht es so aus, als werde die Eröffnung schrittweise erfolgen.

Das betrifft natürlich insbesondere Unternehmen und Investitionen, deren Geschäftsmodell direkt von dem neuen Transportkorridor abhängig ist.

Es gibt jedoch auch Hindernisse, die ein Tunnel nicht beseitigen kann. Unterschiedliche Vorschriften, administrative Verfahren und mangelnde Kenntnisse des Marktes auf der anderen Seite der Grenze erschweren Unternehmen die Zusammenarbeit.

Was können und sollten Unternehmen schon jetzt konkret tun?

- Die deutsch-dänischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich bereits sehr dynamisch, und die Unternehmen sollten nicht warten, bis der Tunnel eröffnet wird. Sie sollten schon jetzt neue Marktchancen prüfen und ihre bestehenden Netzwerke und Partnerschaften auf der anderen Seite der Grenze weiter ausbauen.

Besonders interessant sind Kooperationen, bei denen dänische und deutsche Unternehmen ihre Kompetenzen ergänzen und gemeinsame Wertschöpfungsketten entwickeln können.

Was tun Sie selbst, um dänische und deutsche Unternehmen enger zusammenzubringen?

- Als professioneller Dienstleister und Berater mit einem starken deutsch-dänischen Team helfen wir dänischen und deutschen Unternehmen dabei, Kooperationspartner zu finden, sich auf dem jeweils anderen Markt zu etablieren und sich in unterschiedlichen Rahmenbedingungen zurechtzufinden.

Durch unsere Veranstaltungen und Netzwerkaktivitäten schaffen wir konkrete Begegnungsorte für dänische und deutsche Unternehmen.

Was ist erforderlich, damit unsere Region durch die Fehmarnbelt-Verbindung dauerhaft Arbeitsplätze und Investitionen gewinnt?

- Ein Tunnel schafft nicht automatisch Wachstum. Dafür bedarf es eines gezielten Engagements von Kommunen, Unternehmen und Wirtschaftsförderungsorganisationen.

Es braucht attraktive Gewerbeflächen, Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften und gute Rahmenbedingungen für Investitionen. Gleichzeitig muss die Region eine klare Strategie entwickeln, welche Unternehmen und Branchen sie anziehen und weiter ausbauen möchte.

Und nicht zuletzt muss der gesamte Transportkorridor so schnell wie möglich fertiggestellt werden, damit die Unternehmen verlässlich planen können.

Alle Antworten in diesem Artikel wurden schriftlich abgegeben und von FemernBusiness redigiert.

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