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Erstes Tunnelelement im Fehmarnbelt ist an seinem Platz

Das erste von 89 Tunnelelementen liegt nun auf dem Meeresboden. Damit beginnt die entscheidende Bauphase, während das Projekt weiter von Streit über den Tunnelgraben, Milliardenforderungen und einer Verzögerung von mehr als zwei Jahren geprägt ist.

Foto: Sund & Bælt
Veröffentlicht

Das erste von insgesamt 89 Betonelementen für den Fehmarnbelt-Tunnel liegt seit Donnerstagvormittag auf dem Meeresboden vor Rødbyhavn.

Damit hat Dänemarks größtes Bauprojekt einen lange erwarteten Meilenstein erreicht. Die Absenkung des ersten Elements markiert den Beginn jener Bauphase, die in der Praxis darüber entscheidet, wie schnell der Tunnel fertiggestellt werden kann.

Die Operation begann am Montagabend, als das 217 Meter lange und 73.500 Tonnen schwere Tunnelelement den Arbeitshafen an der Tunnelfabrik in Rødbyhavn verließ. Die eigentliche Absenkung dauerte gut 14 Stunden.

Zwischenzeitlich musste der Einsatz wegen der Wetterbedingungen verschoben werden. Am Donnerstagvormittag lag das Element schließlich an seinem Platz im Tunnelgraben. Anschließend wurde es mithilfe eines hydraulischen Arms mit dem Tunnelportal verbunden.

- Wir sind froh und erleichtert. Unsere Technologie, unsere Ausrüstung und unsere Auftragnehmer haben eine entscheidende Prüfung bestanden und etwas geleistet, das noch niemand zuvor getan hat. Das ist ein sehr großer Tag für das Projekt, für Dänemark und Deutschland und für Europa, sagt Mikkel Hemmingsen, Geschäftsführer von Sund & Bælt.

Im nächsten Schritt lösen die Auftragnehmer das Tunnelelement von dem Spezialschiff, das für die Absenkung eingesetzt wurde. Danach werden Kies und Schotter an den Seiten des Elements eingebracht, damit es fest im Tunnelgraben liegt.

Meilenstein nach langer Reihe von Problemen

Die Absenkung erfolgt nach einer langen Phase mit erheblichen Problemen im Fehmarn-Projekt. FemernBusiness hat zuvor aufgedeckt, dass die Arbeiten durch Probleme mit dem Spezialschiff IVY und durch Uneinigkeit über die Qualität des Tunnelgrabens verzögert wurden.

Gleichzeitig ist das Verhältnis zwischen dem Bauherrn Femern A/S und dem Hauptauftragnehmer Femern Link Contractors von großen Meinungsverschiedenheiten über Zeitplan, Verantwortung und Kosten geprägt. Der Hauptauftragnehmer hat eine Forderung über 14,5 Milliarden Kronen gegen Femern A/S unter Sund & Bælt erhoben. Zudem läuft ein internationales Schiedsverfahren über coronabedingte Verzögerungen.

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass die 89 Elemente innerhalb von drei Jahren abgesenkt werden. Danach folgen bis zu zwei Jahre für Installationen, Tests und Vorbereitungen, bevor die Verbindung für den Verkehr geöffnet werden kann.

Wenn der Fehmarnbelt-Tunnel fertiggestellt ist, soll die Fahrt zwischen Rødbyhavn und Puttgarden laut Sund & Bælt etwa zehn Minuten mit dem Auto und sieben Minuten mit dem Zug dauern.

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