Unternehmen auf Lolland erhalten im Herbst eine neue Möglichkeit, Mitarbeitende außerhalb Dänemarks zu finden.
Die Kommune Lolland und Workindenmark laden zur internationalen Online-Jobmesse Live & Work on Lolland, Denmark ein, die am 11. November auf der europäischen Plattform European Job Days stattfindet.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb um Arbeitskräfte sowohl auf Lolland als auch in der übrigen Region Seeland deutlich zunimmt.
Eine neue Rekrutierungsumfrage der dänischen Agentur für Arbeitsmarkt und Rekrutierung, STAR, zeigte im April, dass die Region Seeland der Landesteil ist, in dem Arbeitgeber die größten Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen. 11,8 Prozent der Rekrutierungsversuche in der Region endeten ohne Einstellung. Landesweit lag der Anteil bei 10,5 Prozent. Insgesamt gab es im Zeitraum von Juni bis November 2025 6.100 erfolglose Rekrutierungsversuche.
„Internationale Rekrutierung wird in den kommenden Jahren für viele Unternehmen ein wichtiger Teil der Lösung sein. Mit der Jobmesse machen wir einen konkreten Schritt, um Unternehmen die Zusammenarbeit mit internationalen Kandidaten zu erleichtern“, sagt Charlotte Lund Andreasen, Bereichsleiterin in der Kommune Lolland.
Großer Bedarf bis 2040
Auf Lolland zeigt eine Analyse von Silverlining Research, dass der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften das größte Hindernis für Wachstum ist. Die Analyse basiert auf Antworten von 192 der 1.453 befragten Unternehmen. Sie zeigt, dass der Arbeitskräftemangel sowohl das Lohnniveau als auch Kosten und Wettbewerbsfähigkeit unter Druck setzt. Gleichzeitig bleibt die Rekrutierung außerhalb Dänemarks für viele lokale Arbeitgeber ein noch wenig genutztes Potenzial.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die Rekrutierungsprobleme erleben, geben an, dass dies konkrete Folgen hatte. Dazu zählen unter anderem Umsatzeinbußen, geringere Erträge und Aufträge, die abgelehnt werden mussten.
Eine frühere Analyse von COWI hat zugleich darauf hingewiesen, dass Lolland bereits 2030 je nach Wachstumsszenario zwischen 700 und 7.700 Beschäftigte fehlen könnten. Im Jahr 2040 könnte der Bedarf auf zwischen 3.200 und 11.500 Arbeitskräfte steigen.
Die Entwicklung hängt auch mit den Bevölkerungszahlen zusammen. Die Zahl der dänischen Staatsbürger im Alter von 20 bis 69 Jahren ist innerhalb von fünf Jahren um 1.966 Personen gesunken. Im selben Zeitraum ist die Zahl der ausländischen Staatsbürger in derselben Altersgruppe um 831 Personen gestiegen.
Trotzdem ist internationale Rekrutierung in vielen Unternehmen noch immer kein fester Bestandteil des Alltags. In der Silverlining-Analyse gaben 28 Prozent an, Erfahrung mit der Einstellung internationaler Mitarbeiter zu haben.
Die Unternehmen, die diesen Weg bereits gegangen sind, bewerten ihre Erfahrungen überwiegend positiv. Umgekehrt zeigt die Analyse, dass viele andere wegen Unsicherheiten zurückhaltend bleiben. Das betrifft unter anderem Sprache, Qualifikationen und die Regeln, die den Einstieg erleichtern können.
Virtuelle Stände und Gespräche
Die Jobmesse wird in Zusammenarbeit mit Workindenmark durchgeführt und international über Workindenmark und das EURES-Netzwerk vermarktet, das Kandidaten in ganz Europa erreichen kann.
Die teilnehmenden Unternehmen erhalten jeweils einen virtuellen Stand. Dort können sie sich präsentieren, Stellenanzeigen veröffentlichen, Bewerbungen empfangen und beantworten, in Echtzeit mit Kandidaten chatten und Online-Vorstellungsgespräche führen.
Die Unternehmen müssen etwa sechs Wochen vor der Messe ein Profil erstellen und relevante Stellen auf der Plattform veröffentlichen. Am Messetag entscheiden sie selbst, wie aktiv sie teilnehmen möchten. Die gesamte Kommunikation auf der Plattform erfolgt auf Englisch.
Die Kommune Lolland schätzt, dass die Teilnahme sowohl in der Vorbereitung als auch während der Messe in der Regel nur einen begrenzten Zeitaufwand erfordert.
Soll auch Lolland als Wohnort vermarkten
Die Messe soll den Kandidaten zugleich einen Eindruck davon vermitteln, wie es ist, auf Lolland zu leben. Dazu gehören unter anderem Wohnmöglichkeiten, Schulen, Natur und Freizeitangebote.
„Mit der Jobmesse erhalten unsere lokalen Unternehmen Zugang zu einem größeren internationalen Umfeld und die Möglichkeit, direkt mit Kandidaten aus ganz Europa ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig ist es eine wichtige Gelegenheit zu zeigen, dass Lolland nicht nur ein Ort mit Beschäftigungsmöglichkeiten ist, sondern auch ein Ort, an dem man sich ein gutes Leben aufbauen kann“, sagt Charlotte Lund Andreasen.