Kann Offshore-Windkraft mehr Arbeitsplätze in der Region schaffen?

Vestas in Nakskov und die Häfen der Region könnten von einem massiven Ausbau der Offshore-Windkraft profitieren. Doch zunächst müssen Tausende Fachkräfte gefunden werden – und der Wettbewerb wird hart.

Arkivfoto: Claus Hansen
Veröffentlicht

Lolland-Falster hat bereits heute einen bedeutenden Anteil an der dänischen Offshore-Windindustrie.

Vom Werk im Hafen von Nakskov werden einige der längsten Windturbinenblätter der Welt zu Offshore-Windprojekten unter anderem in der Nord- und Ostsee verschifft. Die Produktion hat zugleich Aufträge für Zulieferer geschaffen und die Häfen zu einem wichtigen Bestandteil der Lieferkette der Branche gemacht.

Nun könnte noch deutlich mehr hinzukommen. Eine Analyse des dänischen Wirtschaftsforschungsinstituts Arbejderbevægelsens Erhvervsråd und der Gewerkschaft Dansk Metal kommt zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der Offshore-Windkraft in der Nordsee bis 2050 jährlich rund 23.000 Vollzeitbeschäftigte erfordern könnte. Etwa 9.500 davon sollen Fachkräfte sein – insbesondere Mechaniker, Industrietechniker und Metallfacharbeiter.

Das könnte neue Chancen rund um Nakskov schaffen. Es ist jedoch keineswegs sicher, dass die Arbeitsplätze auf Lolland-Falster oder überhaupt in Dänemark entstehen. Unter anderem der Fachkräftemangel könnte dazu führen, dass Aufträge anderswo ausgeführt werden.

- Wenn wir die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht decken können, werden die Produkte und Komponenten anderswo hergestellt, beispielsweise in China. Genau diese Entwicklung müssen wir verhindern, sagt Emil Drevsfeldt Nielsen, Leiter für Wirtschaftspolitik bei Dansk Metal, gegenüber FemernBusiness.

Er verweist sowohl darauf, dass mehr junge Menschen eine Berufsausbildung wählen müssen, als auch auf Umschulungsmöglichkeiten für Arbeitslose mit anderen Qualifikationen. Gleichzeitig hält er auch die Infrastruktur der Häfen für entscheidend, wenn die Region neue Aufträge und Arbeitsplätze gewinnen will.

- Gute Produktionsanlagen, ausreichende Hafenkapazitäten, belastbare Kaianlagen und tiefe Fahrrinnen sind entscheidend. Andernfalls können die großen Schiffe der Zukunft dort nicht anlegen, sagt Emil Drevsfeldt Nielsen.

Das Rennen um die Offshore-Windkraft wird damit nicht allein auf See entschieden. Es entscheidet sich auch an Land – dort, wo Arbeitskräfte und Investitionen gesichert werden müssen und wo letztlich die Produktion angesiedelt wird.

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