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SMS an die Ministeriumsspitze: Sie sind nicht korrekt informiert

Der Chef von Femern Link Contractors wirft Sund & Bælt erneut vor, wichtige Informationen über das Projekt zurückzuhalten und zweifelt an dem neuesten Zeitplan.

Foto: Sund & Bælt
Veröffentlicht Geändert

Der Direktor des Tunnelkonsortiums hinter der Fehmarn-Verbindung versuchte Anfang Februar, einen direkten und vertraulichen Dialog mit dem höchsten Beamten des Verkehrsministeriums herzustellen. In einer SMS gibt er an, dass das Ministerium nicht korrekt über die Situation des Projekts informiert ist und dass das Schicksal des Projekts auf dem Spiel steht.

Dies geht aus einem Einblick in die Korrespondenz zwischen Femern Link Contractors (FLC) und dem Verkehrsministerium hervor, den Ingeniøren erhalten und mit FemernBusiness geteilt hat.

Am 4. Februar 2026 wendet sich FLC-Direktor Sébastien Bliaut an Abteilungsleiter Flemming Schiller im Verkehrsministerium. Hier teilt er mit, dass die erste Absenkung eines Tunnelelements für April geplant ist, aber dass es weiterhin keine Vereinbarung gibt, die dies sichert. Gleichzeitig schreibt er, dass es wesentliche Aspekte gibt, über die das Ministerium nicht korrekt informiert ist, und verweist auf die jüngste Antwort des Ministers an das Parlament.

„Es geht um mehr als meine Glaubwürdigkeit oder die von Sund & Bælt. Es steht das Schicksal des Projekts auf dem Spiel“, schreibt er und fragt, ob sie miteinander sprechen können.

Später am Abend meldet er sich in einer neuen SMS zurück. Hier schreibt er, dass er beim erneuten Lesen erkennen kann, dass er möglicherweise einen falschen Eindruck vermittelt hat. Er betont, dass er lediglich eine vertrauliche Dialog etablieren möchte, in der Hoffnung, dass es dem Projekt zugutekommt.

Großer Konflikt

Die SMS-Nachrichten fallen mitten in einen zugespitzten Konflikt über das größte Bauprojekt in der dänischen Geschichte, den 18 Kilometer langen Absenktunnel zwischen Rødby und Puttgarden zu einem vorläufigen Preis von 67 Milliarden Kronen. Dennoch stehen der Bauherr Sund & Bælt und der Hauptunternehmer jetzt so weit auseinander, dass sie keine gemeinsame Beschreibung mehr teilen, was den Bau tatsächlich bremst. Das Ministerium weist auf das Absenkfahrzeug als das wesentliche Risiko hin und spricht von einer Verzögerung von etwa 20 Monaten. FLC weist dies zurück und verweist auf den Tunnelgraben als die zentrale Engstelle.

Zog Kritik zurück

Die neuen SMS-Nachrichten kommen nach einem bereits scharfen Briefwechsel zwischen FLC-Direktor Sébastien Bliaut und dem Abteilungsleiter des Verkehrsministeriums Jacob Heinsen im Dezember 2025. Hier schrieb Heinsen, dass das Ministerium über erhebliche Probleme mit dem Absenkfahrzeug und eine Verzögerung von etwa 20 Monaten informiert sei, und er äußerte Bedenken, ob das Konsortium in der Lage sei, das Projekt durchzuführen. Bliaut wies die Einschätzung zurück und verwies stattdessen auf den Tunnelgraben als die zentrale Engstelle und nannte das blinde Vertrauen des Ministeriums in Sund & Bælt das eigentliche Problem. Und nannte es eine Verwaltungskrise.

Am Tag danach wurde der Brief von der Unternehmensleitung der Firmen hinter Femern Link Contractors zurückgezogen.

Ingeniøren hat die Führungskräfte im Eigentümerkreis kontaktiert. Aber weder Stefan Bögl von Max Bögl, Luc Vandenbulcke von DEME, Jesper Kristian Jacobsen von Per Aarsleff A/S noch Patrick Kadri, Konzernchef von Vinci Construction, haben auf die Anfrage zu Sébastien Bliauts jüngstem Schreiben an das Verkehrsministerium geantwortet.

Auch Sébastien Bliaut hat auf die Anfragen nicht geantwortet.

Keine Kommentare

Sund & Bælt hält daran fest, dass der angekündigte Zeitplan eingehalten wird. Das Unternehmen teilt mit, dass der Bauunternehmer erwartet, dass das erste Tunnelelement im Frühjahr 2026 basierend auf dem eigenen Zeitplan des Bauunternehmers abgesenkt wird, und dass man sich darauf konzentriert, Fortschritte im Projekt zu sichern. Gleichzeitig betont Sund & Bælt, dass die Gespräche über Vertragsangelegenheiten direkt mit den CEOs der Unternehmen, die FLC bilden, geführt werden und dass man die vertraglichen Verhandlungen nicht in der Presse kommentiert.

Das Verkehrsministerium teilt FemernBusiness mit, dass sie keine weiteren Kommentare haben.

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