Was erwartet die Wirtschaft auf Lolland-Falster und Südseeland im Jahr 2025? Wir haben mehrere Schlüsselpersonen mit dem Finger am Puls gefragt. Zuerst gab Allan Aaskov, Direktor der Lollands Bank, seine Einschätzung mit Fokus auf das Wirtschaftswachstum und die Bedeutung des Fehmarn-Projekts. Danach wies Helene Urth, Direktorin von Business Vordingborg, auf grüne Investitionen und die Herausforderung der Arbeitskräfte hin.
Nun teilt Michael Bang, Geschäftsführer von CELF, seine Gedanken. Er sieht große Möglichkeiten in der Qualifizierung der Arbeitskräfte der Region für die neuen Bedürfnisse - aber auch Herausforderungen, wenn die Unternehmen nicht bereit sind, in Kompetenzentwicklung zu investieren und Talente zu halten.
Welche Trends sehen Sie für die Wirtschaft auf Lolland, Falster und Südseeland im Jahr 2025?
- Insgesamt gibt es Grund zur Optimismus. Das Wirtschaftswachstum in der Region wird stark von der Fehmarn-Verbindung angetrieben, die nun wirklich ihre Spuren in der Gegend hinterlässt. Die dauerhafte Einrichtung der Elementfabrik ist ein wichtiger Baustein in der Entwicklung und wird sowohl direkte als auch indirekte Geschäftsmöglichkeiten schaffen. Darüber hinaus sehen wir auch, dass kommende Infrastrukturprojekte, wie die Grüne Gasleitung, Unternehmen anziehen werden, die in der Nähe dieser Entwicklung sein möchten. Alles in allem deutet dies darauf hin, dass die Wirtschaft in der Region in den kommenden Jahren stark dasteht.
Welche Sektoren glauben Sie, werden im kommenden Jahr wachsen und warum?
- Der Bau- und Konstruktionssektor wird ein weiterhin hohes Aktivitätsniveau erleben. Die Arbeiten an der Fehmarnbelt-Verbindung werden mit voller Kraft fortgesetzt, was die Nachfrage nach Hauptauftragnehmern, Zulieferern und Folgeunternehmen schafft. Es besteht auch ein großer Bedarf an Dienstleistungen für Bauprojekte, was Möglichkeiten für eine breite Palette lokaler Unternehmen bietet.
Die Elementfabrik, die bisher mit dem Fehmarn-Projekt verbunden war, eröffnet zudem neue Anwendungsmöglichkeiten in der Zukunft. Dies könnte ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die wirtschaftliche Entwicklung werden, wo neue Produktions- oder Logistiklösungen in der Region entstehen können.
Gleichzeitig treibt der grüne Wandel weiterhin mehrere Sektoren an. Dies gilt insbesondere für den Energiesektor, wo Projekte im Bereich erneuerbare Energien und Energieinfrastruktur im Gange sind. Die grüne Agenda spiegelt sich auch im Bildungsbereich wider - beispielsweise bei CELF, wo der Fokus auf Weiterbildung und Qualifizierung im Bereich grüner Kompetenzen verstärkt wird. Die Entwicklung der Anzahl der Arbeitsplätze in der Gemeinde Lolland ist ein deutlicher Indikator für das positive Wachstum, das wir in der Region sehen.
Welche Sektoren werden es schwer haben?
- Die Erwartung ist, dass die meisten Sektoren gut abschneiden können, solange die Unternehmen anpassungsfähig sind und in die Entwicklung ihrer Mitarbeiter investieren. Es geht darum, sich an wechselnde Marktbedingungen und technologische Veränderungen anpassen zu können. Wenn diese Anpassungsfähigkeit vorhanden ist, gibt es Aussicht auf eine goldene Periode mit großen Möglichkeiten. Unternehmen, die es nicht schaffen, mit der Entwicklung Schritt zu halten, riskieren jedoch, zurückzufallen.
Was sind die größten Herausforderungen, denen sich Unternehmen in der Region im Jahr 2025 gegenübersehen?
Michael Bang
Blaues Buch: Michael Bang
Direktor bei CELF (Zentrum für Berufsausbildung Lolland-Falster)
Darüber hinaus:
- Vorsitzender des Vorstands, Mittelalterzentrum (seit April 2016)
- Vorstandsmitglied, VUC Storstrøm (seit 2008)
- Stellvertretender Vorsitzender, Stiftung für Unternehmertum - Seeland (seit 2018)
- Mitglied des Femern Belt Committee (seit 2008)
- Mitglied der Repräsentantenversammlung, Business Lolland-Falster (seit 2008)
- Eine der größten Herausforderungen bleibt der Mangel an Arbeitskräften. Besonders Fachkräfte sind gefragt, aber generell wird es schwierig sein, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Die demografische Entwicklung in der Region bedeutet, dass wir nicht nur auf die lokale Arbeitskraft zurückgreifen können. Die Unternehmen werden gezwungen sein, Arbeitskräfte von außerhalb anzuziehen - sowohl aus anderen Teilen Dänemarks als auch aus dem Ausland.
COWI hat einen Bericht für die Gemeinde Lolland erstellt, der einen großen Mangel an Arbeitskräften für die nächsten Jahre prognostiziert. Wenn es dort ein Problem ist, ist es sicherlich auch im Rest der Region. Wie löst man das?
- Die Lösung erfordert einen mehrgleisigen Ansatz. Erstens müssen wir sicherstellen, dass alle jungen Menschen ein aktiver Teil des Arbeitsmarktes durch Bildung und Beschäftigungsmöglichkeiten werden. Es gibt jedoch nicht genug lokale junge Menschen, um den Bedarf zu decken, daher müssen wir weiterhin ausländische Arbeitskräfte anziehen. Das können sowohl neue Bürger sein, die sich in der Region niederlassen, als auch Arbeitskräfte, die aus anderen Gemeinden in Dänemark in die Region pendeln. Mehrere nahegelegene Gemeinden haben nicht das gleiche Beschäftigungswachstum wie Lolland-Falster erlebt, und es könnte daher ein Potenzial bestehen, Arbeitskräfte von dort anzuziehen.
Wie können sich die Unternehmen selbst darauf vorbereiten, neue Möglichkeiten in der Region zu nutzen?
- Unternehmen sollten aktiv die Investitionen verfolgen, die in der Region stattfinden. Investoren, die Baugrundstücke und Immobilien erwerben - insbesondere rund um die Elementfabrik - signalisieren oft kommende Entwicklungsprojekte. Auch die Tourismusbranche wächst. Schließlich wird die grüne Umstellung weiterhin Wachstumschancen schaffen.