Femern schließt für vier Wochen - mitten in der Unsicherheit über die Eröffnung im Jahr 2029
Die Femern-Fabrik in Rødbyhavn macht vier Wochen Sommerpause und schickt bis zu 2.000 Mitarbeiter in den Urlaub. Dies beeinflusst jedoch nicht den Zeitplan, teilt das Femern-Bælt-Projekt mit.
Die Produktion von Tunnelelementen für die Fehmarn-Verbindung wird für vier Wochen eingestellt.Foto: Femern A/S
Jonas HøjlundJonasHøjlundRedakteur, FemernBusiness
Die Produktion von Tunnelelementen für die Fehmarn-Verbindung wird im Juli vorübergehend eingestellt. Dies geht aus einer internen Mitteilung des Konsortiums Femern Link Contractors (FLC) hervor, die FemernBusiness vorliegt. Darin wird mitgeteilt, dass in zwei der Schlüsselbereiche des Projekts - PFA, das die Tunnelelementfabrik in Rødbyhavn abdeckt, und TE System, das für die technischen Systeme rund um die Elementproduktion verantwortlich ist - vier Wochen lang kollektiv Sommerferien gemacht werden - vom 7. Juli bis zum 3. August.
Hier werden die großen Betonkästen gegossen - die sogenannten Tunnelelemente. Jedes Element ist bis zu 217 Meter lang, wiegt etwa 73.000 Tonnen und soll nacheinander auf dem Meeresboden zwischen Rødbyhavn und der Insel Fehmarn in Deutschland abgesenkt werden. Zusammen werden sie den 18 Kilometer langen Absenktunnel unter dem Fehmarnbelt bilden.
Bis zu 2.000 Mitarbeiter
Die E-Mail wurde drei Monate vor dem Zwangsurlaub an die Mitarbeiter verschickt, was laut dem dänischen Urlaubsgesetz erforderlich ist.
Laut der Mitteilung werden nur einige ausgewählte Mitarbeiter in dieser Zeit arbeiten, und sie werden spätestens am 30. Mai direkt benachrichtigt. Marineaktivitäten und die Arbeiten an den Tunnelportalen werden fortgesetzt, aber das Gießen und die Vorbereitung der Tunnelelemente - die eigentlichen Bausteine des Tunnels - pausieren. Insgesamt handelt es sich um bis zu 2.000 Mitarbeiter, die gebeten wurden, vier Wochen Sommerurlaub zu nehmen.
Es ist das erste Mal, dass die Produktion so lange eingestellt wird. Abgesehen von einer siebentägigen Weihnachtspause wurden die großen Elemente seit der Inbetriebnahme der Fabrik im Schichtbetrieb unter Hochdruck produziert.
Der Zeitplan unter Druck
Laut dem Jahresbericht von Femern A/S für 2024 ist die Eröffnung der Verbindung Ende 2029 „erheblich herausgefordert“, und der gesamte Zeitplan wird überarbeitet. Ein wesentlicher Grund ist, dass das erste Tunnelsegment noch nicht ins Meer abgesenkt wurde - dies sollte ursprünglich Ende 2024 geschehen.
Bis zum Jahresende waren sieben Standardelemente und zwei Spezialelemente in Rødbyhavn gegossen worden. Weitere drei bis fünf Elemente sollen vor der Sommerpause fertiggestellt werden, und einige von ihnen wurden bereits in die Becken vor der Anlage gezogen.
Das Femern-Belt-Projekt gibt an, dass die Sommerpause keine Auswirkungen auf den übergeordneten Zeitplan hat.
Nicht optimal
Trotzdem wirft das Timing bei Verkehrswirtschaftler Jan Ninnemann, Professor für Verkehrswirtschaft an der Hamburg School of Business Administration, Fragen auf:
- Auf den ersten Blick erscheint es bemerkenswert, eine so umfassende Schließung durchzuführen, wenn der Zeitplan ohnehin schon unter Druck steht. Es ist nicht optimal. Aber es könnten Gründe hinter der Entscheidung stehen, die uns nicht bekannt sind und die es sinnvoll machen könnten, sagt Jan Ninnemann.
Er ist auch Geschäftsführer des Beratungsunternehmens MOVE4WARD Innovative Transport Solutions und hat in einer Reihe von Analysen die volkswirtschaftlichen Folgen von Verzögerungen im deutschen Teil des Fehmarn-Projekts bewertet.
Bei den Femern Link Contractors, die für die Produktion verantwortlich sind, lautet die Erklärung, dass die Sommerpause eine geplante Rücksichtnahme auf die Mitarbeiter ist:
- Wir halten, wie viele andere Branchen, Betriebsferien. Um sicherzustellen, dass unsere Mitarbeiter vier zusammenhängende - und wohlverdiente - Wochen Sommerurlaub nehmen können, haben wir mitgeteilt, dass sie in der Betriebsferienperiode Urlaub nehmen sollen, teilt das Konsortium in einem schriftlichen Kommentar mit.
Herausforderungen südlich der Grenze
Während die Arbeiten in Rødbyhavn für vier Wochen pausieren, ist die Unsicherheit auf der deutschen Seite des Projekts noch größer. Erst in diesem Jahr hat die Deutsche Bahn einen Plan für den neuen Tunnel unter dem Fehmarnsund - die Verbindung zwischen der Insel Fehmarn und dem deutschen Festland - veröffentlicht. Dieser Tunnel ist entscheidend dafür, dass die Fehmarnbelt-Verbindung vollständig an das deutsche Schienennetz angeschlossen werden kann.
Der Tunnel unter dem Fehmarnsund soll planmäßig 2026 begonnen werden, aber mehrere Experten schätzen, dass der Güterverkehr die gesamte Strecke erst um 2032 oder 2033 nutzen kann - mehrere Jahre nach der geplanten Eröffnung des Tunnels unter dem Fehmarnbelt.
Hier ist ein Auszug aus der E-Mail, die an die Mitarbeiter gesendet wurde.