Venturekapital fließt weitgehend an Lolland-Falster vorbei

Dänemark gehört zu den stärksten Venturekapital-Märkten Europas. Auf Lolland-Falster sind entsprechende Investitionen jedoch kaum zu finden.

Sara Sande, Partner og Head of Thematic Venture Investments i EIFO
Veröffentlicht

Dänemark zählt bei Venturekapital zur europäischen Spitze. Je weiter man sich jedoch in Richtung Lolland-Falster und Südseeland bewegt, desto seltener werden die Investitionen.

Im Jahr 2025 wurde in 135 Finanzierungsrunden Venturekapital in dänische Unternehmen investiert. Auf der laufend aktualisierten Ventureliste von EIFO sind von Januar bis Juli dieses Jahres weitere 73 Transaktionen verzeichnet.

Seit Anfang 2025 ist jedoch nur eine registrierte Ventureinvestition an ein Unternehmen in Lolland, Guldborgsund oder Vordingborg gegangen. Sie entfiel auf Insutex, ein Unternehmen, das Dämmmaterialien aus recycelten Textilabfällen, insbesondere Baumwolle, herstellt. Das Unternehmen aus Nykøbing Falster erhielt im Februar dieses Jahres 2,5 Mio. DKK von Antler und EIFO.

Nach Angaben von EIFO gibt es für diese geografische Schieflage jedoch eine naheliegende Erklärung.

- Viele venturefinanzierte Unternehmen entstehen im Umfeld von Universitäten und Forschungseinrichtungen, wo der Zugang zu Talenten, Forschung, Kapital und Netzwerken größer und breiter ist, sagt Sara Sande, Partner und Head of Thematic Venture Investments bei EIFO.

Deshalb konzentrieren sich venturefinanzierte Unternehmen häufig auf die größten Städte. Sollen vor Ort mehr Unternehmen entstehen, die das Potenzial haben, diese Art von Kapital einzuwerben, braucht es laut EIFO stärkere wirtschaftliche und innovative Ökosysteme.

- Wenn man lokal mehr Wachstumsunternehmen sehen möchte, geht es in erster Linie darum, starke Strukturen zu schaffen, in denen Unternehmer Zugang zu Kapital, Kompetenzen und Netzwerken haben. Ventureinvestoren folgen in der Regel den starken Unternehmen und nicht der Geografie, sagt Sara Sande.

Positive Signale

EIFO betont zugleich, dass Venturekapital nur für einen kleineren Teil der Wirtschaft relevant ist und für die große Mehrheit der Unternehmen andere Finanzierungsformen geeigneter sind.

Die geografische Schieflage bedeutet jedoch nicht, dass EIFO seine Ambitionen außerhalb der großen Städte aufgegeben hat.

- Wir haben den klaren Anspruch, dass Wachstum und Unternehmertum im ganzen Land stattfinden sollen. Deshalb gehört dieses Thema auch zu den fünf strategischen Schwerpunkten der EIFO-Strategie 2030, sagt Sara Sande.

Gerade auf Lolland-Falster sieht sie Anzeichen dafür, dass einige der Strukturen, aus denen neue Wachstumsunternehmen hervorgehen können, derzeit entstehen.

- Auf Lolland-Falster gibt es derzeit eine spannende Entwicklung. Das Fehmarnbelt-Projekt hat beispielsweise dazu geführt, dass die DTU Aktivitäten in der Region aufgebaut hat. Dadurch entstehen bereits heute neue Verbindungen zwischen Ausbildung, Forschung und Wirtschaft.

EIFO hebt zugleich die Arbeit von Business Lolland-Falster hervor, um mehr Unternehmertum in der Region zu fördern.

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