Wenn dänische Unternehmen Waren und Dienstleistungen ins Ausland verkaufen, entstehen dadurch Arbeitsplätze weit über die direkt exportierenden Unternehmen hinaus.
Auf Lolland sind 44,4 Prozent der privatwirtschaftlichen Beschäftigung direkt oder indirekt mit dem Export verbunden. In Guldborgsund liegt der Anteil bei 40,8 Prozent und in Vordingborg bei 40,9 Prozent.
Das zeigt eine Analyse des dänischen Industrieverbands Dansk Industri, die auf Zahlen von Danmarks Statistik basiert. Berücksichtigt werden sowohl Arbeitsplätze in den exportierenden Unternehmen selbst als auch Beschäftigung etwa bei Zulieferern.
Gleichzeitig geht der Export in das Land zurück, das für die kleinen und mittleren dänischen Unternehmen am wichtigsten ist. Im Jahr 2025 exportierten KMU Waren im Wert von 38,2 Mrd. DKK nach Deutschland. Zwei Jahre zuvor waren es noch 41,2 Mrd. DKK.
- Deutschland ist und bleibt der wichtigste Exportmarkt für kleine und mittlere Unternehmen. Deshalb ist es besorgniserregend, dass die Exporte in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind, sagt Jesper Beinov, Direktor bei SMVdanmark.
Trotz des Rückgangs liegt Deutschland weiterhin deutlich vor den übrigen Märkten. Schweden auf Platz zwei bezog im vergangenen Jahr Waren im Wert von 26,9 Mrd. DKK von dänischen KMU. Insgesamt entfällt fast jede dritte dänische Exportkrone nach Deutschland auf kleine und mittlere Unternehmen.
Die Entwicklung ist für Lolland-Falster und Südseeland besonders interessant, da die Fehmarnbeltquerung den Weg zum deutschen Markt langfristig deutlich verkürzen wird. Gleichzeitig erwartet SMVdanmark, dass Deutschland in den kommenden Jahren noch weiter an Bedeutung gewinnen könnte.
- Deutschland hat wirtschaftlich einige schwierige Jahre hinter sich, und das ist ebenfalls spürbar, sagt Jesper Beinov.
Die Organisation verweist unter anderem auf geopolitische Unsicherheit und die US-Handelspolitik als Faktoren, die dazu führen könnten, dass sich mehr dänische Unternehmen verstärkt auf die nahegelegenen europäischen Märkte konzentrieren.