Für den Business Park Falster bei Nørre Alslev gibt es große Pläne. Dort sind sowohl ein großes Rechenzentrum als auch eine neue Ladeanlage für den Schwerlastverkehr in Vorbereitung.
Sollte jedoch nicht genügend Strom für alle Projekte zur Verfügung stehen, könnten die beiden Vorhaben sehr unterschiedlich behandelt werden.
Grund dafür ist der wachsende Druck auf das dänische Stromnetz. Im März setzte Energinet den Abschluss neuer großer Netzanschlussvereinbarungen an das Übertragungsnetz vorübergehend aus. Zu diesem Zeitpunkt standen rund 60 GW neuer Stromnachfrage in der Warteschlange, während der maximale Stromverbrauch Dänemarks bei etwa 7 GW liegt.
Daraufhin einigten sich die Regierung und eine breite Mehrheit im dänischen Parlament im Juni darauf, knappe Netzkapazitäten künftig danach zu verteilen, welche Projekte als besonders wichtig gelten – und nicht mehr allein nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.
Nun hat die dänische Energiebehörde einen Entwurf der konkreten Regeln zur Anhörung vorgelegt. Danach sollen neue Anträge auf Netzanschluss in vier Kategorien eingeteilt werden. Energinet und die Netzbetreiber sollen diese Kategorien nutzen, wenn nicht genügend Kapazität für alle Projekte vorhanden ist. Gerade in Nørre Alslev könnte das entscheidend werden.
GARBE arbeitet dort an einem Rechenzentrum, das bis zu 350 MW benötigen und Investitionen von bis zu 20 Mrd. DKK auslösen könnte. Rechenzentren werden grundsätzlich der Kategorie mit der niedrigsten Priorität zugeordnet.
Im selben Gewerbegebiet hat der niederländische Ladekonzern Milence Grundstücke für Ladestationen für den Schwerlastverkehr gekauft. Bestimmte öffentlich zugängliche Ladeanlagen für schwere Elektrofahrzeuge könnten dagegen in die höchste Prioritätskategorie fallen.
Das bedeutet nicht, dass Milence automatisch vor GARBE zum Zug kommt. Wenn die Netzkapazität jedoch knapp ist, haben höher priorisierte Projekte bessere Chancen. Ein Rechenzentrum, das unter die neuen Regeln fällt, könnte daher warten müssen, bis das Netz ausgebaut wird – oder im äußersten Fall keinen Anschluss erhalten, wenn die vorhandene Kapazität für Projekte mit höherer Priorität benötigt wird.