Während auf Lolland-Falster und in Südseeland neue stromintensive Investitionen geplant werden, liegt ein Teil des notwendigen Netzausbaus noch mehrere Jahre in der Zukunft.
Das geht aus neuen Unterlagen hervor, die Energinet dem Klima-, Energie- und Versorgungsausschuss des dänischen Parlaments vorgelegt hat. Darin weist das Unternehmen darauf hin, dass mehrere größere Netzprojekte in der Region erst bis 2029 beziehungsweise 2033 geplant sind.
Gleichzeitig betont Energinet, dass der Ausbau der grundlegenden Struktur des Übertragungsnetzes in der Regel acht bis zehn Jahre dauert, während die Nachfrage nach neuer Kapazität deutlich schneller wächst. Deshalb rechnet das Unternehmen noch über mehrere Jahre mit regionalen Engpässen im Stromnetz.
Cerius, das unter anderem auf Lolland-Falster und in Südseeland das Verteilnetz betreibt, hat die zeitliche Perspektive bereits zuvor noch deutlicher beschrieben. Unter Verweis auf Analysen von Energinet schrieb das Unternehmen im Mai, dass die verbleibende Kapazität im Übertragungsnetz sehr begrenzt sei und dies voraussichtlich in den kommenden zehn Jahren bleiben werde.
Der Druck ist erheblich
Energinet hat Anfragen für insgesamt 57 GW neuen Stromverbrauch erhalten. Zum Vergleich: Der maximale Stromverbrauch Dänemarks lag 2025 bei rund 7 GW.
Auch neue Projekte auf Lolland, Falster und in Südseeland können einen sehr hohen Strombedarf haben. Bei Rødbyhavn ist ein Rechenzentrum geplant, das bei vollständigem Ausbau mehr als 1 GW benötigen würde – das entspricht etwa einem Siebtel des maximalen Stromverbrauchs Dänemarks.
Für Unternehmen bedeutet der Druck auf das Netz, dass ein hoher Strombedarf nicht unbedingt sofort gedeckt werden kann. Entscheidend sind unter anderem der Standort, die Höhe des Bedarfs und die freie Kapazität am jeweiligen Anschlusspunkt.
Die Frage des Netzanschlusses hat bereits Auswirkungen auf lokale Projektverläufe. FemernBusiness berichtete zuletzt darüber, wie der Ladeanbieter Milence im Zusammenhang mit einem Grundstückskauf im Business Park Falster Fristverlängerungen benötigte, während das Unternehmen auf eine Klärung zum Netzanschluss für eine geplante Ladeanlage mit einem Leistungsbedarf von 4 bis 4,2 MW wartete.